Theater: "Viel Lärm um Nichts"
Geschrieben von Hofer Anzeiger  am  Samstag, 12. Juli 2008

thuVerletzte Eitelkeiten im "Reinhart"

Mit einer Aufführung von William Shakespeares „Viel Lärm um nichts" beweisen die Gymnasiasten Liebe zum Detail, zu Mimik und Gestik und zur Darstellung der wandelbaren menschlichen Gefühlswelten.

Hof - Die Handlung beginnt, als ein Krieg zu Ende geht. Doch auch für den Grundkurs Dramatisches Gestalten am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium und die Teilnehmer der Theatergruppe ging der Aufführung von Shakespeares „Viel Lärm um nichts" ein Kampf voraus: der Kampf gegen die Zeit, mit dem Text, der noch gelernt, mit der Kulisse, die aufgebaut werden musste und mit den Requisiten, die noch verschönert werden sollten.

Schon bei der Kulturnacht am Theater Hof hatten die Schüler einzelne Szenen aus ihrem Stück präsentiert, dem folgten nun vor kurzem zwei Aufführungen in der Aula des Gymnasiums. Prinz Pedro von Arragon, überzeugend verkörpert von Franziska Aurnhammer, K12, und seine Begleiter, Benedikt (Andreas Müller, K12) und Claudio (Max Bauer, K12), kommen aus dem Kampf zurück nach Messina. Bereits durch einen Boten (Jonas Willardt, 5a) angekündigt, werden sie von Signora Leonata (Isabella Künzel, K12) und ihrer Schwester Antonia (Dunja Mergner, 10b) aufgenommen. Auch die Halbschwester von Don Pedro, Donna Esperanza (Corinna Schwarz, K12), ist bei der Gesellschaft.

Ein Krieg ist also zu Ende, ein anderer beginnt - ein „scherzhafter Krieg" zwischen Benedikt, einem überzeugten Single, und der wortgewandten Beatrice (Sara Pinkas, K12), die sich heftigste Wortgefechte liefern. Eine Aufgabe, die die Schauspieler problemlos meisterten. Claudio verliebt sich in Leonatas Tochter Hero, entzückend dargestellt von Maria Erl, K 12. Auf einem Maskenfest wirbt Don Pedro für Claudio, um Hero zu gewinnen. Musik und eine Tanzeinlage ergänzten die spritzigen Dialoge. Mit Enthusiasmus bereiten Hero und ihre Kammerfrauen (Jennifer Kulke, 7a und Margarita Bulimov, 8d) die Hochzeit vor. Alle könnten fröhlich sein, aber über die Ausgelassenheit legt sich der Schatten der Intrige: Donna Esperanza will die Hochzeitspläne mit ihren hinterhältigen Begleiterinnen (Sina Jungkunz, 9b und Meike Hübner, 8a) durchkreuzen. Mit Lust spielten die Schauspielerinnen die dunklen Seite der menschlichen Seele.

Andererseits werden auch wohlmeinende Intrigen gesponnen: Benedikt soll mit Beatrice verkuppelt werden. Die Freunde Benedikts und Beatrices schwärmen in den höchsten Tönen vom jeweils anderen und sind als Amor sehr erfolgreich. Scheinbare Ablehnung wird Zuneigung.

Den Schülern gelang es, auf der Bühne den Wandel ihrer Gefühle glaubhaft zu machen, auch als die Geschichte droht, in einer Katastrophe zu enden: Hero wird verleumdet, von Claudio am Altar wegen angeblicher Untreue fallen gelassen und stirbt. Signora Leonata, die eigentlich freundliche Gastgeberin, zeigt eine gelungene Mischung aus Wut und Trauer über den Tod ihrer Tochter. Komödiantisch sind dann wieder die beiden Wachen (witzig gespielt von Konstantin Luft und Robert Heun, 7a), die mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß stehen, jedoch eine entscheidende Entdeckung machen: Die Anschuldigungen gegen Hero sind von Donna Esperanza und ihren Begleiterinnen nur erfunden und geschickt inszeniert: Sie ist immer treu gewesen. Im allgemeinen Tumult bewahrt der Mönch (Antonia Demmig, 7a) Ruhe und berät Leonata so geschickt, dass er Hero nach der stimmungsvoll inszenierten Beerdigung schließlich wirklich mit Claudio vermählen kann: Es stellt sich am Ende heraus, dass Hero nur zum Schein gestorben ist, bis ihre Unschuld ans Licht gebracht wird. Allgemeine Freude und ein toller Applaus beenden die Vorstellung, die durch Simon Peiker (9b) ins rechte Licht gesetzt wurde.