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Überragende Physikfacharbeit Drucken
Geschrieben von Hofer Anzeiger  am  Dienstag, 4. Juli 2006

 

HOF – Warum klingt ein Klavier wie ein Klavier – und nicht wie eine Trompete oder Geige? Warum haben wir eigentlich verschiedene Stimmen? Diese und weitere Fragen standen am Anfang der Facharbeit von Sebastian Fiedlschuster. Da den Abiturienten des Hofer Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums alles fasziniert, hinter dem ein System steckt, versuchte er, der Sache auf den Grund zu gehen. Mit dem Computer nahm Sebastian, der sich neben seinem Lieblingsfach Physik noch für Musik, Klavierspielen und Tanzen begeistert, diverse Klänge von Flügeln auf. Sehr hilfreich sei, wie Sebastian selbst sagt, der „sehr schöne Flügel der Tanzschule Swing“ gewesen. Im praktischen Teil nahm der Abiturient Messungen vor und analysierte diese nach einem mathematischen Formalismus. Dazu ist es natürlich notwendig, diese Formeln zu verstehen und im theoretischen Teil aktivieren zu können.
fa_fiedl06All das gelang Sebastian Fiedlschuster brillant – auf 55 Seiten unter dem Titel: „Klangspektrenvergleiche basierend auf der Fourier-Analyse. Synthese eines Goldenen Klangs“. Rainer Schmidt, Leiter des Physik-Leistungskurses, gerät ins Schwärmen und lobt auch, dass Sebastian fächerübergreifend die Musik miteinbezog. Die Höchstnote von 15 Punkten sei für diese Arbeit eigentlich noch zu wenig. „Ich hatte noch nie eine inhaltlich und fachlich so kompetente Facharbeit. Absolut fehlerfrei.“ Dies habe den Lehrer auch dazu veranlasst, dieses „Meisterwerk“ für den Wettbewerb einzureichen. Denn seit sieben Jahren verleihen die Fakultäten oder Fachgruppen Physik der Bayerischen Landesuniversitäten in Augsburg, Bayreuth, München, Erlangen-Nürnberg und Regensburg Preise für die besten Facharbeiten im Leistungskurs Physik.

In diesen Tagen erhielt das Reinhart-Gymnasium die erfreuliche Nachricht, dass Fiedlschuster zu den zehn Preisträgern gehört. „Das ist ein Novum und ein bedeutender Tag für unsere Schule und Kursleiter Schmidt, aber natürlich vor allem Sebastian Fiedlschuster, der einen äußerst komplizierten Sachverhalt auch für mich als Nicht-Naturwissenschaftler sehr verständlich dargestellt hat“, sagte gestern Schulleiter Dr. Axel Hermann. Bei der offiziellen Abiturverabschiedung wird der Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über 500 Euro erhalten. „Ich find’s toll. Ich hab‘ gehofft, dass ich dabei bin“, freut sich Sebastian, der im Wintersemester sein Physikstudium beginnen wird und später einmal in die Forschung gehen will: „Die wichtigste Frage ist für mich immer das Warum.“ Eine Antwort ist uns Sebastian noch schuldig. Warum haben wir alle unterschiedliche Stimmen. Der Abiturient macht’s einfach: „Der ganze Mundraum ist individuell gestaltet. Das ermöglicht, dass sich die Luftschwingungen unterschiedlich entfalten.“ MATTHIAS VIEWEGER

Freude auch bei der Schulleitung: Sebastian Fiedlschuster (Mitte) vom Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium mit Schulleiter Axel Hermann (links) und Rainer Schmidt, dem Leiter des Physik-Leistungskurses FOTO: mavie

 
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