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HOF – Warum klingt ein Klavier wie ein Klavier – und nicht wie
eine Trompete oder Geige? Warum haben wir eigentlich verschiedene
Stimmen? Diese und weitere Fragen standen am Anfang der Facharbeit von
Sebastian Fiedlschuster. Da den Abiturienten des Hofer
Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums alles fasziniert, hinter dem ein
System steckt, versuchte er, der Sache auf den Grund zu gehen. Mit dem
Computer nahm Sebastian, der sich neben seinem Lieblingsfach Physik
noch für Musik, Klavierspielen und Tanzen begeistert, diverse Klänge
von Flügeln auf. Sehr hilfreich sei, wie Sebastian selbst sagt, der
„sehr schöne Flügel der Tanzschule Swing“ gewesen. Im praktischen Teil
nahm der Abiturient Messungen vor und analysierte diese nach einem
mathematischen Formalismus. Dazu ist es natürlich notwendig, diese
Formeln zu verstehen und im theoretischen Teil aktivieren zu können.
All
das gelang Sebastian Fiedlschuster brillant – auf 55 Seiten unter dem
Titel: „Klangspektrenvergleiche basierend auf der Fourier-Analyse.
Synthese eines Goldenen Klangs“. Rainer Schmidt, Leiter des
Physik-Leistungskurses, gerät ins Schwärmen und lobt auch, dass
Sebastian fächerübergreifend die Musik miteinbezog. Die Höchstnote von
15 Punkten sei für diese Arbeit eigentlich noch zu wenig. „Ich hatte
noch nie eine inhaltlich und fachlich so kompetente Facharbeit. Absolut
fehlerfrei.“ Dies habe den Lehrer auch dazu veranlasst, dieses
„Meisterwerk“ für den Wettbewerb einzureichen. Denn seit sieben Jahren
verleihen die Fakultäten oder Fachgruppen Physik der Bayerischen
Landesuniversitäten in Augsburg, Bayreuth, München, Erlangen-Nürnberg
und Regensburg Preise für die besten Facharbeiten im Leistungskurs
Physik.
In diesen Tagen erhielt das Reinhart-Gymnasium die erfreuliche
Nachricht, dass Fiedlschuster zu den zehn Preisträgern gehört. „Das ist
ein Novum und ein bedeutender Tag für unsere Schule und Kursleiter
Schmidt, aber natürlich vor allem Sebastian Fiedlschuster, der einen
äußerst komplizierten Sachverhalt auch für mich als
Nicht-Naturwissenschaftler sehr verständlich dargestellt hat“, sagte
gestern Schulleiter Dr. Axel Hermann. Bei der offiziellen
Abiturverabschiedung wird der Preisträger eine Urkunde und einen Scheck
über 500 Euro erhalten. „Ich find’s toll. Ich hab‘ gehofft, dass ich
dabei bin“, freut sich Sebastian, der im Wintersemester sein
Physikstudium beginnen wird und später einmal in die Forschung gehen
will: „Die wichtigste Frage ist für mich immer das Warum.“ Eine Antwort
ist uns Sebastian noch schuldig. Warum haben wir alle unterschiedliche
Stimmen. Der Abiturient macht’s einfach: „Der ganze Mundraum ist
individuell gestaltet. Das ermöglicht, dass sich die Luftschwingungen
unterschiedlich entfalten.“ MATTHIAS VIEWEGER
Freude auch bei der Schulleitung: Sebastian
Fiedlschuster (Mitte) vom Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium mit
Schulleiter Axel Hermann (links) und Rainer Schmidt, dem Leiter des
Physik-Leistungskurses FOTO: mavie
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