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Geschrieben von Christine Wild / Stefan Ernst
am Freitag, 26. November 2010
Früh übt sich, wer ein Meister werden will: Mit souveränen
Auftritten überzeugen die jungen Künstler beim Kammerkonzert des Reinhart- Gymnasiums.
Wer mal ein großer Star werden will, muss es verstehen, sich richtig in Szene
zu setzen - und wie überall gilt auch hier: Früh übt sich.
Vor allem die
kleineren Künstler, die beim Kammerkonzert des Reinhart- Gymnasiums auftraten,
wirkten schon sehr versiert darin, ihre Auftritte entsprechend zu präsentieren,
ganz zu schweigen von der musikalischen Qualität, die hinter den einzelnen Auftritten
des gelungenen Konzerts stand.
Den Anfang macht David Blinov (5a), der genau wie Paul
Schaber (5c) und Leon Gorzel (5d) zum Akkordeon greift - doch von Aufregung ist
nichts zu spüren: Ganz unkompliziert und souverän gibt er einen Marsch zum
Besten, als würde er nie etwas anderes tun. Den Reigen der Gitarristen eröffnet
Lena Schiffmann (5a), und es folgen Laurin Reim (7b), Simon Lochner (7a) und
Maximilian Riehl (7b) mit Werken, die vom Barock bis in die Charts reichen. Besonders
gut verstanden haben die Sache mit dem „in Szene setzen" zwei weitere junge
Gitarristen: Während die zierliche Fünftklässlerin Luisa Laubmann (5b) erstmal
ihre E-Gitarre mit dem eigens für sie auf die Bühne geholten Verstärker
verbindet und dann mit den Kabeln kämpft, bevor sie, von Musiklehrer Johannes Müller
auf dem Flügel begleitet, „What Shall We Do" vorspielt, umgibt sich Timo
Friedrich (6a) gleich mit drei Notenpulten, um dann mit einer überaus
anspruchsvollen Version von „Father And Son" zu beeindrucken. Ebenfalls als Duo
mit Johannes Müller, mal amCello, mal amFlügel, treten Christoph Glas (5b) mit
der Klarinette und Lea Rauh (6d) mit der Blockflöte auf. Müller hat gemeinsam mit
seinem Kollegen Martin Hauke das abwechslungsreiche Konzert zusammengestellt. Gefühlvoll
interpretiert Stücke verschiedenster Epochen und Stilrichtungen, zumeist
solistische, aber auch vierhändige, haben die Pianisten mitgebracht. Die einen greifen
beherzt in die Tasten, während die anderen sich eher auf gefühlvolle Interpretationen
einlassen. Zur Gruppe der durch die Bank äußerst versierten Pianisten gehören Noah
Piesche (5b), Paul Wirth (6a), Julian Kammerer (6c), Anna Mill (6c), Franziska
Hofmann (6d), Maria Schödel (6d), Katharina Wirth (7d), Fanny Bartsch (7d) und
Rebecca Meisenzahl (7d). Für Begeisterung, die weit über das In-Szene-Setzen hinausgeht,
sorgen die älteren Schülerinnen und Schüler: Zunächst faszinieren die
Schwestern Antonia (9a) und Lucia Krug (10b) als expressives, mehr als
fortgeschrittenes Gitarrenduo mit dem „Danse espagnole" Nr. 1 von Manuel des
Falla, bevor ihr Gitarrenkollege Philipp Pospichal (10b) absolut kompromisslos,
mit großem Mut zur Emotion, im „Andante" von Torroba versinkt. Ebenfalls extrem
viel Gefühl legt Sarah Sander in „Eine Träne" von Modest Mussorgsky, bevor das
Akkordeonensemble, bestehend aus Maik und Timo Forster, Alexander Bauer (als
Gäste), Simon Charisis (9a) und Fabian Haase (10b) mit „Libertyn" des Motion
Trios ein faszinierendes, geheimnisvolles und technisch wie ausdrucksmäßig
perfektes Finale hinlegt.