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Risiko statt Nebenwirkungen Drucken
Geschrieben von Hofer Anzeiger, 24. Juli 2010  am  Samstag, 24. Juli 2010
p1010118Junge Schauspielerinnen des Reinhart-Gymnasiums nehmen es mit Schillers "Die Räuber" auf. Mit einer gelungenen Mädchen-Interpretation von Marlene Skala überzeugen sie ihr Publikum.

Der Kurs Dramatisches Gestalten hält, was er verspricht... Dabei war die Herausforderung groß, denn die Räuber-Version von Marlene Skala macht aus Schillers ursprünglichem Männerstück ein Stück für Mädchen:

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Eine Gang junger Frauen, die in einer leerstehenden Fabrik gestrandet ist,  sucht einen alternativen Lebensweg. Sie haben gemeinsam, dass sie unzufrieden mit ihrem Leben sind und eigentlich etwas bewirken wollen - dabei werden sie jedoch durch ihre angespannte Finanzlage stark eingeschränkt. Als Ausweg planen sie gemeinsam einen Überfall, Opfer sollen vor allem „Konzerne, Manager, Globalisierer“ sein. Die Bande besteht aus einer Computer-Hackerin (Stefanie Riegg), einer Feministin (Marie Throne), einer der’s ums Geld geht (Maike Müller), einer potentiellen Terroristin (Jennifer Winter), einer verwahrlosten Minderjährigen (Linda Petersen), ihrer Sozialarbeiterin (Marie Meißner) und schließlich Charlotte Moor (Eliska Rumpf), wegen ihres Charismas die Wortführerin.

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Charlotte, die ihr Ausbrechen reut, wird an der Rückkehr ins bürgerliche Leben durch ihre eifersüchtige Schwester Franziska (Franziska Weiß) gehindert. Diese schickt ihr einen gefälschten, vermeintlich von der Mutter (Alisa Thüroff) stammenden Brief, in dem steht, dass sie zu Hause nicht mehr erwünscht sei und ihr Freund (Stefanie Kropf) sich jetzt der Schwester zugewandt habe.

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So stürzen sich Charlotte und ihre Mitbewohnerinnen wieder ins Abenteuer. Jede der Frauen in der WG pflegt aber ihr persönliches Heldentum und es stellt sich bald heraus, dass die verschiedenen Kräfte nicht harmonieren.

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Die Schauspielschülerin Nelly (Ronja Schlegel) kommentiert das Geschehen erfrischend mit Zitaten aus dem Original. Die tragische Lösung Schillers jedoch - alle sterben- wird in der modernen Variante nicht gewählt: Um den Schluss versöhnlicher zu gestalten, griff eine der Schülerinnen (Marie Meißner) selbst zur Feder: Die Bande wird zwar verhaftet, aber nur die gewaltbereite, uneinsichtige Grimm bestraft, Spiegel flieht, alle anderen Protagonisten erkennen und bereuen ihre Fehler.

Die Inszenierung von Kerstin Krämer überzeugte durch ihre Gesamtkonzeption. Den Schauspielerinnen gelang es, durch ihre natürliche und engagierte Darbietung die Zuschauer so in ihren Bann zu ziehen, dass man fast vergessen konnte, dass man sich in einer Schule befand. Die Akteure schafften es, ein breites Spektrum an Gefühlen darzustellen, auch dann, wenn sie –bedingt durch Doppelbesetzungen- in eine andere Rolle schlüpften (Stefanie Riegg, Marie Meißner, Stefanie Kropf). Doch auch die stimmungsvolle musikalische Untermalung trug zur Emotionalisierung bei: So tanzen die Räuberinnen erst wild und ausgelassen auf ihre Hymne, während später Nelly einen ergreifenden Monolog auf nachdenkliche Musik hält. Dabei bewegen sie sich souverän auf der Bühne, die sie mit Bierkästen, Ölfässern und Reifen zur Fabrik-WG ausgestattet haben. Unterstützt wurden sie hinter der Bühne von Simone Köppel, Jan-Martin Rauh, Stefanie Kropf, Mike Pauker und Cihan Gürer.

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Alle zusammen trugen dazu bei, dass es für die Zuschauer zu einem unvergesslichen Theater-Abend am Reinhart wurde.

(geschrieben von Michaela Falta für den Hofer Anzeiger)

 
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