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Geschrieben von Demmig, Spranger, Firlei, Schemmel
am Donnerstag, 10. Juni 2010
Die gesamten 9. Klassen traten am Donnerstag, den 20.5. zu
einer Geschichtsexkursion ins ehemalige
Konzentrationslager Flossenbürg an.
Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt
erreichten wir die KZ-Gedenkstätte, nachdem
wir während der Fahrt schon einige wissenswerte Fakten über die NS-Zeit und die
Entstehung der KZs, vor allem über Flossenbürg, von Herrn Dr. Höllerich erfahren hatten.
Zu Beginn wurden wir wieder in unsere
Klassen aufgeteilt und bekamen einen Guide zugewiesen,
der uns durch das weitläufige Gelände führte.
So zeigte man uns, auch durch Bilder, den
früheren Aufbau und die Ausmaße des Lagers,
zum Beispiel die Anordnung der Baracken und den großen Appellplatz. Wir
besichtigten eines der wenigen noch heute existierenden
Gebäude, in dem sich die ehemalige Wäscherei und die Häftlingsdusche
befand.
Hierbei waren die Geschichten von Zeitzeugen besonders
interessant und eindrucksvoll. Ebenso hatten wir
Zutritt zum Friedhof mit dem dazugehörigen Krematorium. Der darin noch
enthaltene Verbrennungsofen und Seziertisch löste bei den meisten ein
bedrückendes
Gefühl aus. Weiter kamen wir zum „Tal des Todes", in dem früher die
Asche
von verbrannten Häftlingen verstreut und ein Hügel aus Knochen und Erde
aufgebaut
wurde. Zusätzlich befinden sich dort Gedenktafeln der verschiedenen
Nationen,
aus denen die Häftlinge stammten und auf denen die Zahl der Toten
vermerkt
wurde. Auf unserem Rückweg zum Appellplatz kamen wir an der orthodoxen
Kirche
und der jüdischen Gedenkstätte vorbei. Zum Schluss des Aufenthaltes
sahen wir
einen Film in dem Zeitzeugen von ihren Erlebnissen in Flossenbürg
berichteten. Der
bewegende Film und ein kurzer Besuch der Ausstellung rundeten unseren
Besuch
in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ab.
Wir danken der Fachschaft
Geschichte für diesen interessanten, aber auch etwas bedrückenden
Ausflug in
die Geschichte.
Eindrücke zweier Teilnehmer
Insgesamt befanden
sich bis zur Befreiung im April 1945 durch die Alliierten 100.000 Menschen aus
47 Nationen im Konzentrationslager Flossenbürg oder in einem seiner Außenlager
in Haft.
Die meisten Häftlinge
wurden wegen ihrer Abstammung hier inhaftiert. Die nationalsozialistische
Rassenlehre erklärte Angehörige anderer Völker wie Slawen und Juden zu „Untermenschen".
Zahlreiche Personen verfolgte das Regime wegen ihrer politischen Überzeugung,
ihrer Kritik, ihres Widerstandes oder ihres Glaubens. Behinderte etwa wurden
eingewiesen, weil sie nach der herrschenden Ideologie den „gesunden Volkskörper"
bedrohten.
Die ersten Häftlinge
in Flossenbürg waren Deutsche und Österreicher aus den Konzentrationslagern
Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen. Später waren über die Hälfte der
Inhaftierten polnischer oder sowjetischer Herkunft. Aber die mehr als 22.700
jüdischen Häftlinge stammten überwiegend aus Polen oder Ungarn.
Im Kellergeschoss der
Wäscherei befand sich das Häftlingsbad. Hier mussten die neu angekommenen
Gefangenen alle privaten Habseligkeiten einschließlich ihrer Kleidung abgeben.
Sämtliche Körperhaare wurden ihnen abrasiert und die Häftlinge unter zu heiße
oder kalte Duschen getrieben. Dieser Raum war unbeheizt. Oft mussten sich die
Häftlinge mehrere Stunden unbekleidet an der kalten Luft trocknen lassen.
Einheitlich gestreifte Häftlingskleidung und die Zuteilung einer Nummer statt
des Namens beraubten den einzelnen Menschen seiner Persönlichkeit. Sie verloren
ihre Identität völlig. Die SS-Wachen demonstrierten so ihre absolute Macht über
die KZ-Häftlinge.
Im Konzentrationslager
Flossenbürg starben die Häftlinge durch Verhungern, Erfrieren, Erschöpfung und
willkürliches Morden. Nach Fluchtversuchen oder angeblicher Sabotage wurden
Gefangene auch zur Abschreckung auf dem Appellplatz erhängt.
Das Töten nahm im
weiteren Verlauf systematische Züge an. Seit Februar 1941 ermordete die SS in
großem Umfang Häftlinge bestimmter Gruppen. In gezielten Aktionen ermordete sie
polnische Gefangene, ausländische Zwangsarbeiter, sowjetische Kriegsgefangene
und kranke, alte oder behinderte KZ-Häftlinge. Kurz vor Kriegsende waren viele
Widerstandskämpfer unter den Opfern. Die SS des KZ Flossenbürg war für
mindestens 2.500 systematischen Tötungen verantwortlich. Leichenträger- und
Krematoriumskommandos mussten die sterblichen Überreste der Ermordeten
beseitigen. Die Häftlingsschreiber strichen die Namen aus den Listen.
Elisa
Firlei, Klasse 9c
Als Erstes möchte ich
etwas über die Arbeit im KZ Flossenbürg schreiben. Der „normale" Arbeitstag
eines Häftlinges betrug 12 Stunden Schwerstarbeit in den Flossenbürger
Steinbrüchen unterbrochen von einer kleinen Pause, in der es eine dünne Suppe
zu Essen gab. Meistens starben die Häftlinge im Steinbruch an Erschöpfung und
die Mithäftlinge mussten die Toten nach Flossenbürg in das Stammlager zurück
tragen. Die Häftlinge, die etwas mehr von Technik verstanden, konnten sich
einen Arbeitsplatz im Haus verdienen, indem sie für die Kriegsmaschinerie der
Nazis eingesetzt worden um z.B. Teile für die Jagdflugzeuge der Firma
Messerschmitt herzustellen.
Fast schon eine Rarität
ist das so gut erhaltene Krematorium, da die meisten Krematorien in den
Konzentrationslagern vor Kriegsende von den Nazis zerstört wurden, um Beweise
zu vernichten. Ich persönlich empfand es als ein sehr bedrückendes Gefühl, an
einem Ort zu stehen an dem so viele Leichen von Menschen, die so qualvoll
gestorben waren, geschändet und entehrt wurden. Dasselbe Gefühl hatte ich, als
wir auf dem Friedhof an den ganzen Grabsteinen ohne Namen vorbei gelaufen sind.
Da fragt man sich immer: Wie können Menschen nur so grausam sein?
Was ich auch krass
fand, war, dass nach 1945 dort, wo früher Menschen zur Arbeit gezwungen wurden,
verschiedenen Firmen ihre Industrieproduktion einrichteten und deren
Mitarbeiter in den Räumen, in denen viele Menschen gedemütigt wurden, ihre
Mittagspause abgehalten haben.