Geschrieben von Stefan Ernst
am Montag, 21. Dezember 2009
Mit einem stimmungsvollen und stimm-mächtigen Weihnachtskonzert beschließt die Schulfamilie das Jahr 2009.
Bilder aller Ensembles sowie der Bericht des Hofer Anzeigers lassen die wunderbare Weihnachtsstimmung noch einmal aufleben.
Hof - Als gehauchten Stoßseufzer, als unausgesprochenes Flehen könnte man das Weihnachtskonzert des Reinhart-Gymnasiums auch verstehen. Die Frage: Wie presst man die musischen Fächer in ein zunehmend verkopftes G8, wo Musik das Schmankerl, das Beiwerk bleibt? Hunderte Schüler haben die Frage beantwortet, ruhig, konzentriert, besinnlich. Das Abi bekommt keiner dafür. Jeder Einzelne aber hat seine Bildung, seine Disziplin und seinen Teamgeist im Ensemble bewiesen.
Im Schauplatz Michaeliskirche, proppenvoll, drückte Pascal Dürrschmidt sanft die Orgeltasten nieder, rund und ruhig kündete er eingangs von der Geburt zu Bethlehem. Die hellen, klaren Stimmen des Unterstufenchors führten die Stimmung erstaunlich sauber zu Händels "Freue dich Welt", das der Instrumentalkreis dankbar in Klang umsetzte.
Das 800-Schüler-Gymnasium ist musikalisch unerwartet breit aufgestellt, das haben die Schüler am Montag bewiesen. Das Schulorchester, zunächst zurückhaltend, aber sehr transparent mit "Ukrainian Bell Carol" beschäftigt, spielte sich bei "Frosty The Snowman" locker. Nahe dran, zu locker zu werden, war der Mittelstufenchor, der bei Michael Jacksons "Heal the world" die Kraft vermissen ließ, die die größere Besetzung beim klangvolleren "Hymn", unterstützt von der Combo, hatte und damit einen der Akzente des Abends setzte. Überhaupt hatten die Musiklehrer Martin Hauke und Johannes Müller besonnen und mit Bedacht in die Notenblätterkiste gegriffen. Die "Red Big Band" überraschte inmitten der Festlichkeit mit energischem Schwung, bevor der Klang eine sachte wabernde Welle bildete, die sich am harten Rhythmus nie brach.Kling, kling, kling. Es ploppte, es schellte und man sah die rote Weihnachtsmann-Mütze förmlich wackeln, als das Percussion-Ensemble auf Holz, Metall und Fell seine Klangarbeit begann und sich zu erstaunlicher Harmonie zusammenfand. Süßer und weicher präsentierte sich der Chor der fünften Klassen, der den Hunderten Zuhörern im Gesang erklärte, dass Herr Winter ein armer Mann aus dem Kaukasus ist. Es blieb bei den helleren Tönen, der Blockflötenkreis ließ die Töne ruhig fließen, mit einer Pastorale von Vivaldi zeigte der Kreis das Potenzial des Instruments, das zur Festzeit selten ausgeschöpft wird.
Der nächste Kreis, der der Gitarren, knüpfte daran an. Unhektisch, rein und ruhig schwangen die Saiten, Barockes und Moderneres schallte durch die Kirche, die Stimmung hielt an, die Ruhe in den Bänken blieb. Zumal dann der Oberstufenchor zum lateinischen "Ubi Caritas" anhob. Der Kreis der Älteren hatte Gefühl für die Stimme, der Chor hat Erfahrung, zeigte sich sicher, die Sängerinnen sehr selbstbewusst und kraftvoll."Jauchzet dem Herrn alle Welt", der 100. Psalm, in Musik gesetzt von Mendelssohn Bartholdy, setzte den Schlusspunkt unter das Konzert der Reinhart-Schüler, das alle im Kirchenschiff mit "Es ist ein Ros entsprungen" beschlossen. Verklungen war das Konzert, das Reinhart-Gymnasium hat sich als Haus der Bildung bewährt, und sei es nur mit Beiwerk, das kein Zeugnis festhält.