Geschrieben von Christine Wild (Text) / Stefan Ernst (Pics)
am Donnerstag, 12. November 2009
Klavierstücke dominierten den Abend, Gitarren, Flöten, Violine, Fagott und Akkordeon ergänzten ..., ergreifend jedoch waren die jungen Künstler,die sich dem Publikum stellten: kurzweilig und erfrischend präsentierte sich das erste Kammerkonzert des Schuljahres.
Hof - Die Erste hat es immer
am schwersten - ist die weitverbreitete Meinung. Doch Lea Rauh erweckt beim Kammerkonzert des Johann-ChristianReinhart-Gymnasiums am Donnerstagabend einen ganz anderen Eindruck: Anscheinend frei von Lampenfieber erhebt sich die Fünftklässlerin aus dem Publikum und eröffnet absolut souverän auf der Sopranblockflöte das Programm; ein Programm, bei dem, so Schulleiter Reinhard Dreher, bewusst nicht auf Masse, sondern auf Klasse gesetzt wird.
Und so ist es auch: Die Schülerinnen und Schüler zeigen ihr schon recht beachtliches Können auf einer Vielzahl an Instrumenten, oft auch von den beiden Musiklehrern und Leitern des Abends Martin Hauke und Johannes Müller am Klavier und am Cello begleitet - und trotzdem gehört jeder zweite Programmplatz dem Klavier.
Mit verschiedenen Blockflöten folgen Marcel Dworaczek (5c), Jan Brunner (6d) und Fanny Bartsch (6d) - sie mit besonders schön ausgeführten Koloraturen und rundem Klang.
Jeweils nur einmal auf dem Programm zu finden sind die Geige, vertreten durch Tabea Knüpfer (5d), das von Leonie Etschel (6a) mit einem Volkslied präsentierte Fagott und das Akkordeon, auf dem Konstantin Dürr (10c) teils impulsiv, teils beschwingt den ersten Satz einer Akkordeon-Sonatine interpretiert.
Zu dritt sind die Gitarristen: Neben Nils Huß (7b) begeistert Simon Lochner (6a) mit einem brasilianischen Stück, dessen Charme er mit hervorragender Artikulation genau trifft; Anführer der drei ist Philipp Pospichal (9b), der in Variationen über ein Thema von Händel großes technisches Können mit detailverliebter Ausdruckskraft vereint.
Nun zur „Masse" im kleinen Kreis, den Pianisten. Mit kurzen, meist heiteren Stückchen treten Julian Kammerer (5c), Franziska Hofmann (5d) und
Maria Schödel (5a) vierhändig und sehr ausdruckstark, Nina Meißner (6b) mit Knicks nach einem Tänzchen, Jan Rudzki (6a) und Rebecca Meisenzahl (6c) auf.
Anspruchsvoller wird es nicht nur in den höheren Klassen: Katharina Wirth (6d) meistert Beethovens „Für Elise", Pascal Dürrschmidt (10d) und das Duo für zwei Klaviere, Bettina Eikenberg (Q11) und Sophia Roth (Q11) interpretieren Balladen mit Gänsehaut-Garantie, und Katharina Lehner (10c) wagt sich gar an den schnellen Satz einer Mozart-Sonate.
Wie ein Großer
Und einer lässt allen den Atem stocken: Erst in der 6. Klasse ist Elias Krauß, und doch spielt er den ersten Satz der Mondscheinsonate wie ein Großer. Nicht nur die Töne stimmen, sondern er verleiht dem Werk eine emotionale Tiefe, die weit über das hinausgeht, was man von einem Schülerkonzert erwartet - die versprochene Klasse eben.