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Geschrieben von Uta Hornig
am Sonntag, 21. Juni 2009
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Am 24.03.09 traf sich die Klasse 10a mit ihrer Sozialkundelehrerin, Frau Hornig, und einem Lehramt-Studenten für Sozialkunde um 8 Uhr im Justizgebäude Hof. Um 8.30 Uhr begann die Verhandlung, die wir besuchen wollten: vorsätzliche Körperverletzung.
Der Angeklagte wurde nach dem Jugendstrafrecht bestraft, deshalb
verhandelte der Jugendrichter Herr Pürner den Fall. Außerdem waren noch
ein Beauftragter des Jugendamts, die Staatsanwältin und die
Verwaltungsangestellte vor Ort. Zuerst wurde der Angeklagte belehrt und
befragt. Die Staatsanwältin verlas den Sachverhalt: Es wird ihm
vorgeworfen, im November 2008 einen anderen Jugendlichen am Rockwerk
mit dem Knie ins Gesicht geschlagen zu haben. Das Opfer trug dadurch
blaue Flecken davon. Die Türsteher riefen sofort die Polizei, da sie
die Situation nicht unter Kontrolle bekamen. Der Angeklagte bestritt
aber den Schlag mit dem Knie, und sagte, er habe nur mit der Faust auf
den Hinterkopf des Kontrahenten geschlagen. Er blieb unvereidigt und
der nächste Zeuge schilderte den Vorgang ebenso. Auch das Opfer
beschrieb den Vorgang ähnlich, bestand jedoch darauf, dass das Knie des
Angeklagten auf jeden Fall im Spiel gewesen sei. Die restlichen fünf
Zeugen bestätigten die Aussage des Opfers. Der Beauftragter des
Jugendamts gab dem Richter Informationen über das häusliche Umfeld des
Angeklagten dann wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Die
Staatsanwältin verlas den Tathergang und die Beweise und schlug ein
Strafmaß vor. Anschließend hatte der Angeklagte das letzte Wort. Herr
Pürner zog sich zur Beratung zurück und alle mussten den Gerichtsraum
verlassen. Kurze Zeit später kehrten wieder alle in den Saal zurück und
der Richter gab das Strafmaß bekannt: Der Angeklagte wurde zur Zahlung
von 600 Euro verurteilt und muss zusätzlich als Entschädigung 100€ an
das Opfer entrichten. Herr Pürner gegründete seinen Urteilsspruch: Er
sah von Sozialstunden ab, da der Angeklagte beruflich tätig ist und
sein Arbeitsplatz nicht in Gefahr kommen sollte. Die Klasse hatte jetzt
Zeit, Fragen zu stellen über das, was uns noch unklar geblieben war.
Geduldig und informativ beantwortete Herr Pürner auch Fragen zum
Berufsfeld eines Richters.
Nach einer kurzen Pause gingen wir in eine weitere Verhandlung, in der
es um Drogen ging, ein Thema, das für uns ebenfalls recht interessant
war.
Insgesamt danken wir Frau Hornig für diesen beeindruckenden Einblick in das deutsche Rechtssystem.
(Anmerkung Red: sobald ich einen entsprechenden Hinweis von den Verfassern dieses Berichts hab, ändere ich den Artikelersteller;-)
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