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Projekttag "Russlanddeutsche" Drucken
Geschrieben von Dr. Reinhard Höllerich  am  Montag, 6. April 2009

 

Mit dem Schicksal der Russlanddeutschen befasste sich ein Schulprojekttag am 18.3.2009 in Kooperation mit der Johann-Georg-August-Wirth-Realschule zum Thema „Integration in Deutschland am Beispiel der Deutschen aus Russland" mit einer Führung durch die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" sowie Filmvorführungen und Gesprächen durch den Projektleiter Jakob Fischer.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern, Berlin, und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg und präsentiert von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V., Stuttgart.

Folgende Themen des Projekts wurden vorgestellt:

  • Aussiedler und Spätaussiedler: Deutsche Staatsangehörige aus der ehemaligen Sowjetunion (ca. 3 Millionen Menschen aus 15 Ländern: Russland, Kasachstan, Kirgisien, Ukraine, Tadschikistan, Usbekistan, Moldawien, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan), Polen (1,5 Millionen), Rumänien (0,5 Millionen), Ungarn, Tschechien, Slowakei und aus dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Kroatien, Slowenien).
  • Geschichte der Deutschen in Russland, ehemalige Sowjetunion, von 1763 bis 2008: Die Ausreise der Deutschen vor 245 Jahren aus verschiedenen Deutschen Kleinstaaten nach Russland hängt mit dem Manifest der Zarin Katharina II. zusammen, der früheren Prinzessin Sophie Friederike von Anhalt-Zerbst, die von 1762 bis 1796 das Russische Zarenreich regierte.
  • Die Auswanderung der Deutschen nach Russland erfolgte von 1763 bis 1862 mit der Gründung von 3.536 deutschen Siedlungen (Kolonien) an der Wolga (Gebiete Saratow, Wolgograd, Samara, Astrachan), in der Ukraine (Schwarzmeergebiet, Krim, Wolhynien), im Kaukasus (Georgien, Aserbaidshan), Bessarabien (Moldawien), im Raum Moskau und Sankt Petersburg.
  • Bei der Rückkehr nach Deutschland stellen Aussiedler einen Antrag auf Aufnahme beim Bundesverwaltungsamt in Köln und müssen in ihren Herkunftsländern in der ehemaligen UdSSR ca. 5-7 Jahre auf die Ausreise nach Deutschland warten. Bei der Erfüllung aller Aufnahme­bedingungen erhalten sie einen Aufnahmebescheid und erwerben gleich bei der Einreise in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie drei Mal einen deutschen Sprachtest bestehen, ein Kriegsfolgenschicksal (Vertreibung, Deportation in Konzentrations- und Zwangsarbeitslager, Verbannung, Diskriminierung) und ihre deutsche Abstammung, Erziehung und Kultur nachweisen können.
  • Abbau von Vorurteilen

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Alle vier 10. Klassen, insgesamt 95 Schüler, nahmen an dem Projekt teil, das in kompakter und ansprechender Form auch Fragen der Integration über die Thematik der Russlanddeutschen hinaus mutig anpackte.

rd0006-fertigMit der engagierten und kompetenten Führung des Projektleiters Jakob Fischer, seinen fundierten Vorträgen und authentischen Gesprächen ist es in hervorragender Weise gelungen, unsere Schüler mit einem bislang wenig beachteten Thema zu fesseln. Auch die mediale Ausstattung und seine Art, die Schüler direkt und emotional einzubeziehen, ist sehr gut angekommen. Herr Fischer hat uns viel Neues und Interessantes vermitteln können. So kann Integration gut gelingen.

pdf-Broschüre zur Ausstellung

 
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