... ein
Theaterstück, dessen Botschaft stets aktuell bleibt
Am 21.Januar 2009 besuchte
der LK Deutsch mit Frau Dr. Ortner-Buchberger (Frau Bär war erkrankt), die
Studiobühne Bayreuth. Dieses freie Theater, welches heute sein Domizil in einem
ehemaligen Offizierskasino hat, existiert seit 25 Jahren und ist aus der
Kulturszene Oberfrankens nicht mehr wegzudenken. Das Besondere an diesem
Theater ist, dass professionelle Theatermacher und Amateure zusammenarbeiten.
Der Kurs besuchte eine
Aufführung von Bert Brechts „Leben des Galilei". Dieser geniale und revolutionäre Physiker kann zu Beginn des 17.
Jahrhunderts die Richtigkeit des kopernikanischen Weltbildes beweisen, indem er
herausfindet, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht, wie von der
Kirche propagiert, umgekehrt. Dies hat enorme Folgen für Galilei: Er wird ein
Opfer der Inquisition und widerruft öffentlich aus Angst vor der Folter. Den
Rest seines Lebens verbringt er im „goldenen Käfig" der Kirche, dennoch
vollendet er insgeheim seine verfemte Schrift.
Dieses Lehrstück über Macht
und Unterdrückung wurde in Bayreuth mit vielen Verfremdungen im Brechtschen
Sinne inszeniert: der Bühnenaufbau war multifunktional, offensichtliche
Rollenwechsel - Galilei wird nacheinander von drei Schauspielern gespielt
- wurden vor den Augen der Zuschauer
vollzogen. So wird verhindert, dass sich das Publikum mit den Personen auf der
Bühne identifiziert. Stattdessen erkennt es die Aussage, bzw. Kritik an
Gesellschaft und System und beginnt, sich damit auseinanderzusetzen.
Letztendlich ist zu sagen,
dass dies ein etwas anderer Theaterabend als üblich war , was aber nicht nur an
der modernen Interpretation des „Sündenpfuhls Rom" lag. Entscheidend ist, dass
die Thematik des Stückes - die Verantwortung der Wissenschaft im positiven wie
im negativen Sinne - im Zeitalter
der Atombombe, der Gentechnologie und des Klonens von Lebewesen nichts von
ihrer Aktualität verloren hat.
Eva Deeg, Lisa Henning (LK D 13)
(Quelle Bildmaterial: www.studiobuehne-bayreuth.de)
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