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Geschrieben von Hofer Anzeiger
am Freitag, 19. Dezember 2008
Hof - „In einer Welt voll mit Hiobs-Botschaften aus dem
Finanz- und Wirtschaftsbereich, wollen wir auf die frohe Botschaft des
Evangeliums vertrauen. Diese möge in Form von Wort und Musik Herzen und Sinne
berühren", so lauteten die einleitenden Worte von Oberstudiendirektor Dr.
Axel Herrmann. Sie sollten tatsächlich zum Programm des gesamten Weihnachtskonzerts
des Johann- Christian-Reinhart-Gymnasiums am Donnerstagabend in der voll
besetzten Michaeliskirche werden.
Schon der erste Vortrag lässt ahnen, dass es eher ein
Konzertabend der ruhigen Töne werden könnte. Sehr zart, mit vielen
verschiedenartigen Glockenklängen, leiten Percussionsensemble und Blockflöten gemeinsam
das Programm ein, bevor Unterstufenchor und Instrumentalkreis mit drei
weihnachtlichen Volksliedsätzen die frohe Botschaft in die Welt hinaustragen. Überhaupt
haben die beiden Musiklehrer Martin Hauke und Johannes Müller für dieses Weihnachtskonzert
vorwiegend auf deutsche Weihnachtslieder und Musik aus vergangenen Jahrhunderten
zurückgegriffen - ein schöner Brauch, der eine wirklich stimmungsvolle
Atmosphäre schafft.
So präsentiert beispielsweise das Orchester in kleiner, aber
solider Besetzung eine Festmusik aus dem 18. Jahrhundert, während sich der Gitarrenkreis
den eher leisen Klängen der Renaissance und des Barock verschreibt. Auch für
die beiden Blockflötenkreise hat man traditionelle deutsche Weihnachtslieder
gewählt, die sie mit schlichtem, sauberem Schönklang interpretieren, bevor man
doch einen kurzen Ausflug in die englischamerikanische Moderne wagt: Mittelstufenchor
und Solisten kreieren auf ihre Weise weihnachtliche Stimmung mit ihrer Version
von „Lean On Me", bevor die Big Band aus Gymnasium und Realschule einen
ganz anderen Ton anschlägt: Hier wird es laut und spritzig, und bei ihrem
Weihnachtsmedley „A Jazzy Merry Christmas" hat man den Eindruck, dass im
Publikum eigentlich niemand mehr auf seinem Platz sitzen bleiben, sondern
lieber mittanzen möchte.
Doch der Chor des Partnergymnasiums aus Ostrov/Tschechien beruhigt
die Gemüter wieder etwas - wenn auch, wie immer bei dieser sympathischen Truppe
unter der Leitung von Libor Velicka, viel geschmunzelt werden darf. Auf ihre
lockere und zugleich technisch nahezu perfekte Weise arbeiten sie sich musikalisch
vom 14. bis ins 20. Jahrhundert vor, bevor ein weiterer Höhepunkt folgt:
Begleitet von Christina Illmayr (K12, Altblockflöte), Musiklehrer Johannes
Müller (Violoncello) und Dekanatskantor Georg Stanek (Orgel) verbreitet Julia
Werner (K13) die frohe Botschaft mit „Bereite dich, Zion" aus Bachs
Weihnachtsoratorium, das sie mit weicher, schnörkelloser, zugleich aber auch
sehr kraftvoller Stimme zum Besten gibt.
Am anspruchsvollsten und gewaltigsten schallt die frohe Botschaft
im Finale durch die Kirche: Gemeinsam mit der Michaelis- Kantorei singt der
Oberstufenchor, wiederum von Georg Stanek an der Orgel begleitet, das „Laudamus
te" aus der Kantate Gloria und „Vom Himmel hoch" von Felix
Mendelssohn- Bartholdy. Sehr erhaben kosten die Sänger die klassischen Harmonien
mitunter aus, und es wird klar: Jetzt sind Weihnachten und die Erlösung wirklich
nicht mehr weit.