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Ein Denkmal über den Dächern von Hof

 

Der Bismarckturm, entworfen von den Architekten Stengel und Hofer, wurde in den Jahren 1914/15 auf dem Rosenbühl erbaut und liegt 579 Meter über dem Meeresspiegel. Der aus Granitquadern errichtete Turm hat eine Höhe von 25 Metern und steht auf einem dreistufigen Sockelbau. Während der "terassenartige" Aufbau eine Grundfläche von 13,50 Metern ausweist, bildet der Turm selbst ein Achteck mit einem Durchmesser von 7,20 Metern. In der Höhe von 20 Metern befinden sich auf Vorbauten Austritte nach den vier Himmelsrichtungen. Das Plateau des Turmes, auf dem 1965 ein Münzfernrohr aufgestellt wurde, bietet gute Rundumsicht und einen ausgezeichneten Blick über die Stadt Hof an der Saale.

1)  Unser "schuleigenes" Denkmal auf dem Prüfstand.
2)  "Hoch lebe Reichskanzler Otto von Bismarck"
3)  In Memoriam: Der Bismarckturm
4)  Der Bismarckturm nach dem 1. Weltkrieg
5)  Der Bismarckturm nach dem 2. Weltkrieg
6)  Denk mal ! Was soll das Denkmal ?

 

Im Web finden Sie bei www.hof-im-web.de eine sehr informative virtuelle Besichtigungstour des Bismarckturmes u.a. mit der Aussicht von oben über unsere Schule und das Hofer Stadtgebiet. Folgen Sie diesem Link und wählen Sie in der linken Spalte des erscheinenden Browserfensters den Bismarckturm.


Unser "schuleigenes" Denkmal auf dem Prüfstand

Der Hofer Bismarckturm darf wohl mit Recht als das "schuleigene" Denkmal unseres Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums bezeichnet werden. Schließlich liegt er in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Schule und ist von hier aus bequem in kaum fünf Gehminuten zu erreichen. Diese Gegebenheit sollte für uns, die Klasse 9b des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums, besonders günstig sein. Denn wir hatten dadurch optimale Bedingungen, als es darum ging, an einem von der Bundeszentrale für politische Bildung veranstalteten Schülerwettbewerb teilzunehmen. Bei diesem galt es, sich mit einem Denkmal auseinanderzusetzen, das ein historisch-politisches Ereignis oder eine Persönlichkeit zur Darstellung bringt.

Aber nicht nur auf Grund der räumlichen Nähe kam uns der Wettbewerb sehr gelegen. Hinzu kam auch noch der Umstand, daß wir gerade die deutschen Einigungskriege und die hierbei Otto von Bismarck zufallende Rolle im Geschichtsunterricht besprochen hatten. So konnten wir dieses Projekt in das Unterrichtsgeschehen einbauen und hatten nebenbei schließlich noch eine Menge Spaß und Freude.

Am Morgen des 4.11.1997, in aller Frühe ( 1. Schulstunde), begann unser Unternehmen "Bismarckturm". Bei - trotz Sonnenschein (s. Foto) - durchaus frühwinterlichen Temperaturen machten wir uns auf den Weg. Wir durchquerten die an die Schule angrenzende Parkanlage und standen schließlich vor dem Objekt unserer Betrachtung: dem Bismarckturm. Wir sammelten spontane Eindrücke und knipsten einige Erinnerungsfotos. Dann gingen wir, man wird es uns kaum glauben wollen, von der Wärme des Klassenzimmers angelockt, wieder zielstrebig zu unserer Schule zurück. Hier angekommen erhielten wir Arbeitsaufträge in Form eines Fragebogens. Eine Woche lang sollten wir nun recherchieren und Antworten finden. Welche Beweggründe hatten die Menschen damals dazu veranlaßt, solch eine monumentale Steinkonstruktion zu errichten? Was wollten sie damit eigentlich aussagen? Was verbanden sie mit ihrem Denkmal? Waren alle Hofer Bürger mit der Errichtung dieses Denkmals einverstanden? Was verbinden wir heute mit dem Bismarckturm, so und so ähnlich lauteten die Fragen.

Einige aus der Klasse soll es bei ihren Nachforschungen sogar in das Stadtarchiv verschlagen haben. Andere will man bei der Befragung harmloser Passanten in der Hofer Innenstadt gesichtet haben. Tatsächlich waren wir aber nach Ablauf dieser Woche ein Stück weiter gekommen. In den nachfolgenden Geschichtsstunden tauschten wir unsere Ergebnisse aus und erhielten von unserem Geschichtslehrer, Herrn Benkert, zusätzliche Hinweise. Allmählich verdichteten sich die gesammelten Informationen zu einer immer konkreter werdenden Vorstellung. Wir erkannten, daß sich mit dem Bismarckturm zur Zeit seiner Entstehung und in seiner Geschichte ganz andere Gedanken verbanden als heute. Brechen wir also auf zu unserer Zeitreise, Sie führt uns zunächst in die Zeit Bismarcks, in die Zeit der deutschen Einigungskriege und in eine Zeit großer nationaler Begeisterung.




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"Hoch lebe der Reichskanzler Otto von Bismarck"

Als der preußische Ministerpräsident und Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahre 1874 mit seinem Sonderzug durch Hof kommt und hier einen 1/4-stündigen Aufenthalt einlegt, versammeln sich Hunderte von Hofer Bürgern auf dem Bahnsteig des Hauptbahnhofes und bejubeln ihn als "Schmied der deutschen Einheit".

Nur wenige Jahre vorher hätte der Empfang Bismarcks aber wohl ganz anders ausgesehen. Noch 1866 hatten die Hofer als Untertanen des Bayerischen Königs nämlich an der Seite Österreichs gegen Preußen Krieg geführt. Preußens schlagkräftigere Armee blieb Sieger. Für Bismarck, der die preußischen Staatsgeschäfte führte, war dieser Erfolg freilich nur ein Etappenziel. Er wollte einen deutschen Einheitsstaat schaffen. Einen solchen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die deutsche Bevölkerung lebte noch in kleineren Fürstenstaaten, die sich selbständig verwalteten und vom jeweiligen Fürsten eigenständig regiert wurden. Ein von Bismarck initiierter Krieg gegen Frankreich, an dem sich alle "deutschen Einzelstaaten" beteiligen, bringt schließlich das gewünschte Ergebnis. Der Erfolg im Krieg steigert die bereits vorhandene nationale Stimmung. Im Spiegelsaal von Versailles kommt es zur Ausrufung des Deutschen Reiches.


Die Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles, 1871. Auf dem Podium vorn links der Kronprinz (später Kaiser Friedrich III.), in der Mitte Kaiser Wilhelm I., neben ihm der Großherzog von Baden, der den preußischen König zum Deutschen Kaiser proklamiert, vor dem Podium Bismarck und Moltke. (Gemälde von A. von Werner, Schloß Friedrichsruh)
Durch seine weiße Uniform ist Bismarck ganz deutlich von den übrigen Personen abgehoben. Dies unterstreicht die ihm zugemessene Bedeutung.

Gegründet ist diese Einigung auf die Stärke und Kraft der deutschen Waffen. Dem Militär (s. auch die Darstellung der Kaiserproklamation) wird als dem Garanten der deutschen Einheit auch in Zukunft eine sehr wichtige Stellung zukommen. In Hof wie überall in Deutschland herrscht nationale Begeisterung.

Als Begründer des deutschen Nationalstaates aber feiert man Bismarck. In den Folgejahren wird sich überall in Deutschland ein Personenkult um Bismarck begründen. Bismarck wird zum Mythos für nationale Kraft und Stärke. Die Stadt Hof machte hier keine Ausnahme. So wird Bismarck in einer Rede anläßlich seines 70. Geburtstags im Jahre 1885 mit einer "vom Sturm umbrausten Eiche" verglichen. An anderer Stelle preist man die "titanenhafte" Größe des genialen Staatsmannes". Ganz in diesem Sinne wird auch eine "Bismarckeiche" im Park am Theresienstein gepflanzt, die an Bismarcks Verdienste um das Deutsche Reich erinnern soll. Im Jahre 1895 wird Bismarck schließlich sogar die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hof verliehen.




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In memoriam: Der Bismarckturm

Am 31. Juli 1898 versinkt ganz Deutschland in Trauer. Der Altreichskanzler, der "Einiger und Begründer des Deutschen Reiches", Otto von Bismarck ist tot. Im ganzen Land sagt man geplante Vergnügungsveranstaltungen ab. Am 2. August 1898 finden zahlreiche Trauerkundgebungen statt. Auch in Hof trauert die Bevölkerung um Bismarck. In der Trauerrede des königlichen Hofrats Mann heißt es: "Wie groß und wie weit der Verlust gefühlt wird, das sagen uns die treuen Herzen aller Deutschen. Denn er war es, der die nationale Fahne entfaltet hat [... ] und er war es, der in den deutschen Herzen die Liebe zum Vaterland entflammte und es dahin gebracht hat, daß wir uns mit Stolz Deutsche nennen dürfen."

Eine neue Welle an Begeisterung für den numnehr verstorbenen Reichskanzler Otto von Bismarck flammt überall im Deutschen Reich auf. Seine Taten sind wieder in aller Munde. Die deutsche Studentenschaft tut ihr Dankesbedürfnis öffentlich kund. Im Dezember 1898 ruft sie das Volk des gesamten Deutschen Reiches auf, im ganzen Land Bismarckgedenksäulen zu errichten. Bei diesen Erinnerungsmonumenten soll es sich um "einfache, aber mächtige Türme" handeln, "von deren Spitzen mächtige Feuer, Flammen vaterländischer Begeisterung weithin die Nacht durchleuchten". Am Ende werden es über 250 Türme sein, auf denen an den Bismarckgedenktagen Gedenkfeuer abgebrannt werden.

In Hof wird am 7. März 1900 ein "Verein zur Erbauung einer Bismarckgedenksäule" gegründet. 13 Männer schließen sich hier zusammen, um ihrem Idol ein Denkmal zu setzen. Alle stammen damals aus der Oberschicht der Bevölkerung (Hofrat, Apotheker, Rechtsanwalt, Pfarrer usw.). Nach einiger Zeit der sog. "stillen Arbeit" treten dem Verein Leute aus allen Bevölkerungsschichten bei.

Die Standortwahl für den geplanten Turm macht erhebliche Schwierigkeiten. Zehn Jahre nach der Gründung des Vereins hat man sich immer noch nicht auf einen Platz geeinigt. Am 28. April 1910 setzt man der Standortdiskussion schließlich ein Ende. Man entscheidet sich für den Rosenbühl; Kommerzienrat Wilhelm Deiniger stellt das Grundstück kostenlos zur Verfügung.

Am 20.Dezember 1910 legt die Firma Stengel & Hofer dem Vereinsvorstand ihren Entwurf "Trutzige Wart" (!!) vor. Dieser Entwurf wird akzeptiert. Schließlich verkündet schon sein Name die mit Bismarck verbundenen Vorstellungen. Der Turm soll, so wie einst Bismarck, Kraft, Stärke und Wehrhaftigkeit zum Ausdruck bringen (siehe rechts Bismarck-Denkmal am Deutschen Museum in München).

Am 3. Juni 1914 kann man endlich beginnen, den auf 71000 Mark veranschlagten Bau in Angriff zu nehmen.

Finanzielle Unterstützung erhält der Verein vor allem durch die Vertreter der heimischen Industrie. Der mit der Reichsgründung verbundene Fall der innerdeutschen Zollgrenzen war der deutschen Wirtschaft ganz besonders zugute gekommen. Die Industrie hatte aber auch andere Gründe, das Bild des Reichsgründers und die mit ihm verbundenen Ideale einer im Geiste einigen deutschen Nation in guter Erinnerung zu halten. Mittlerweile waren nämlich erste Schatten über dem Deutschen Reich aufgezogen.

Das durch den nationalen Zusammenschluß begründete Gefühl der eigenen Stärke verlangte nach internationaler Anerkennung. Der wachsende deutsche Machtanspruch mußte freilich die Beziehungen zu den anderen europäischen Staaten belasten, eine weitere krisenhafte Entwicklung war nicht auszuschließen. Aber nicht nur außenpolitisch war die Lage gespannt. Auch im Inneren des Deutschen Reiches regte sich Unmut und Zwietracht. Nicht für alle Menschen in Deutschland hatte die Reichsgründung eine Verbesserung ihrer Lebenssituation bedeutet. Vor allem die Arbeiterschaft, der "kleine Mann von der Straße", fühlte sich übergangen. Tatsächlich hatte sich die wirtschaftliche Lage der Arbeiter seit 1871 nicht wesentlich verändert. Die nationale Hochstimmung drohte in dieser Bevölkerungsschicht also zunehmend zu "erkalten".

Der Turm nun, geplant als Sinnbild deutscher Einigkeit und Stärke, soll die nationale Einheit und Eintracht neu beschwören. Auf dieses Anliegen verweist mit aller Deutlichkeit die "Urkunde", die anläßlich der Grundsteinlegung im September 1914 von Pfarrer Philipp Nürnberger im Rahmen einer kleinen Feier verlesen und dann in den Grundbau eingemauert wird: "In alten Märchen und Sagen wird uns bisweilen erzählt von der Macht eines Zauberwortes, das imstande ist, einen lastenden, lähmenden Bann zu brechen, Mächte der Finsternis zu verscheuchen und Kräfte des Lichtes lebendig werden zu lassen. Nun, solches Wort von Zauberwirkung, das Begeisterung weckt, Zwietracht bannt und Einheitsbande knüpft, ward unserem Deutschen Volk im Zeitalter Wilhelms I. geschenkt. Es ist das Wort voll Geist und Leben, voll Mark und Kraft: Bismarck!"

Die Leidenschaftlichkeit dieser Worte mag man verstehen, bedenkt man die Zeitumstände, in denen sie gesprochen wurden. Denn zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung hat der 1. Weltkrieg bereits begonnen. Noch rechnet ganz Deutschland mit dem Sieg der eigenen Nation.




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Wie geht es weiter? Die Lage nach dem 1. Weltkrieg

Der verlorene 1. Weltkrieg verursachte in der deutschen Bevölkerung eine mentale Krise. Das positive Selbstbild der Menschen ist ebenso erschüttert wie der Glaube an die eigene Nation. Es herrscht Massenarmut. Die wirtschaftliche und soziale Lage hat sich enorm verschlechtert. Reparationszahlungen lasten auf Deutschland ebenso wie eine ständig steigende Inflation. Die gesellschaftlichen Gegensätze zwischen Arm und Reich verschärfen sich von Tag zu Tag. Eine negative Grundstimmung beherrscht alle Bereiche des Leben. Der nationale Größe und Eintracht verheißende Bismarckturm will zu diesem geschlagenen Nachkriegsdeutschland nicht recht passen. Er gerät zunächst einmal in Vergessenheit.

Erst als sich die Wogen glätten, wendet man sich ihm wieder zu. Obwohl bereits im September 1915 fertiggestellt, erfolgt die Einweihung des Bismarckturmes erst am 13. Mai 1921. Noch einmal wird es sieben Jahre lang ruhig um das nationale Denkmal.

Erst 1928 setzt der Bismarckturm-Verein mit der Einweihung einer Bismarckbüste (siehe links) den Schlußstein unter seine Arbeit. Beachtung verdient vor allem die Rede, die Pfarrer Nürnberger anläßlich der Einweihungsfeier hielt. Bismarck, so der Redner, sei zu danken für "die Einigung der deutschen Stämme und die Errichtung des deutschen Reiches. Unterstützt von großen militärischen Führern hat er das gewaltige Werk geschaffen, das eine glückliche Zeit deutscher Geschichte einleitete. Sein Ebenbild soll uns mahnen zu einigem Zusammenhalten in dieser Zeit der Zersplitterung auf allen Gebieten des Lebens Es soll uns erheben über alle Streitigkeiten und immer die große vaterländische Sache vor Augen halten. Bismarck sollen wir nachleben [ ... ]. Nur wenn auch dem Arbeiter freudig gegeben wird, was ihm gebührt, erreichen wir den sozialen Frieden, der die Vorbedingung ist für die glückliche Gesamtarbeit unseres Volkes." Im Anschluß an diese Rede ermahnte der Oberbürgermeister der Stadt Hof die Anwesenden, die "unerlösten Brüder jenseits der Grenze" nicht zu vergessen.

Wir wollen den beiden Rednern keine böse Absicht unterstellen. Aber was hatten sie mit ihren Worten eigentlich aussagen wollen? Letztendlich bedeutete das von ihnen Gesagte doch nichts anderes als den Wunsch, die gegebenenVerhältnisse zu verändern. Hierbei galt es, zunächst die Probleme im Landesinneren zu lösen, d.h. "sozialen Frieden" zu schaffen. Dann konnte man an eine glückliche Gesamtarbeit" gehen. Was aber sollte das heißen? Etwa die "unerlösten Brüder jenseits der Grenze" befreien? Also Krieg?

Der Nationalsozialismus sollte mit dieser Forderung ernst machen. Indem er einen scheinbaren Ausgleich, eine scheinbare Aussöhnung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen versprach (es heißt nicht umsonst ein Reich, ein Volk, ...), mobilisierte er die Menschen. Die Sehnsucht vieler Menschen nach einem großen und mächtigen deutschen Nationalstaat mag zu der Katastrophe des 2. Weltkriegs nicht unwesentlich mit beigetragen haben.




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Der Bismarckturm nach dem 2. Weltkrieg

Der deutschen Niederlage von 1945 folgt die Zerschlagung des Deutschen Reiches durch die Siegermächte. Die nationale Größe, das Werk Bismarcks ist dahin. Deutschland durchlebt ein zweites Mal die Folgen eines verlorenen Krieges. Materielle Not bestimmt wieder den Alltag. Nur langsam weicht die Resignation einem Nachdenken über das Geschehene. Erst allmählich begreift man. Der Glaube an die Stärke der eigenen Nation, an die Vorrangstellung des eigenen Volkes, hat zwei Kriege heraufbeschworen. Vielen Menschen wird klar, dass übersteigerter Nationalismus Krieg auszulösen vermag. Letztendlich erfolgt eine Wandlung in der Einstellung der Menschen. Der Glaube an nationale Größe und Stärke wird als Gefahr erkannt, die Krieg und Verderben auslösen kann.

Mit dieser Einsicht änderte sich auch die Einstellung der Menschen zu ihren nationalen Denkmälern. Davon blieb auch der Hofer Bismarckturm nicht verschont. Er wird "entnationalisiert". Nach Jahren völliger Bedeutungslosigkeit wird seine Bestimmung seit 1964 umfunktioniert. Die auf dem Plateau gelegene Feuerschüssel wird entfernt und im Jahr darauf durch ein Münzfernrohr ersetzt. Am Ende wurde aus dem Bismarckturm, einst geschaffen als Symbol nationaler Größe und Wehrhaftigkeit, ein Aussichtsturm.




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Denk mal! Was soll das Denkmal?

Bleibt noch die Frage, ob es in unserer heutigen Zeit noch Sinn macht, alte Denkmäler zuerhalten bzw. neue historisch-politische Denkmäler zu errichten. Zu Beginn unseres Projektes hatten wir diese Frage noch eher belächelt. Der Staat soll mit seinem Geld wichtigere Aufgaben erfüllen, so war fast einhellig die Meinung. Jetzt, nach Abschluß unserer Arbeiten, denken wir etwas anders. Vielleicht ist es doch sinnvoll, diese Zeitzeugen zu erhalten. Sie sind spannendes Kulturgut, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Sie verweisen auf die eigene historische Entwicklung. Gleichzeitig können sie uns mahnen und uns helfen, aus Fehlern unserer Vorfahren zu lernen. Gerade für das von uns untersuchte Denkmal gilt dies in ganz besonderem Maße. Denn dass es aus übersteigertem Nationalitätsbewußtsein auch heute noch genügend Krisen und Kriege gibt, haben wir in den letzten Jahren zur Genüge erfahren, ob in Jugoslawien oder in Tschetschenien.

Wir wollen aber nicht nur auf andere zeigen. Auch in unserem Land gibt es nationalistische Strömungen. Erledigen wir also zunächst unsere eigenen "Hausaufgaben"'. Damit können wir "dem Ganzen" am besten nutzen.

Dieser Text wurde von der Klasse 9b des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums ( Schuljahr 1997/1998 ) erstellt unter Mithilfe von StRef Albrecht Benkert, der das ganze Projekt initiierte und durchführte .
 
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