Geschrieben von Lottes / Stollberg
am Donnerstag, 1. November 2007
Fünf Schülerinnen und Schüler der K12 und deren Lehrerin Anja Stollberg brachen nach Algerien auf, um den Weg für einen kulturellen Austausch zwischen unserem Gymnasium und einer Schule in Algier zu ebnen...
Hof, Hauptbahnhof. Es ist 6.00 Uhr. Treffpunkt für einen etwas ungewöhnlichen Schüleraustausch, genauer gesagt einen „Vorbereitungs-Schüleraustausch“. Nach dem Verladen des Gepäcks geht es auch schon los. Fünf Schülerinnen und Schüler der K12 des Hofer Reinhart-Gymnasiums, deren Lehrerin Anja Stollberg und der Initiator des Milina Projects auf deutscher Seite, Ingenieur Sören Schumann, brechen auf – in Richtung Algerien. Algier, International Airport.
Es ist mittlerweile 17.30 Uhr. Ankunft des Air France Flugs 2354 aus Paris, mit den sieben Deutschen an Bord. Sie werden gleich von Mr Bouyahyaoui, dem Englischlehrer des Mohamed-Ghalmi-Gymnasiums und Initiator des Milina Projects auf algerischer Seite, freundlich in Empfang genommen. Ziel der Reise ist eine Annäherung der beiden Kulturen und natürlich die Entstehung eines langjährigen Schüleraustauschs zwischen den beiden Schulen. Die Entstehung dieses Projekts ist so ungewöhnlich wie das Reiseziel selbst: Ingenieur Schumann wird von einem Kollegen nach Algier eingeladen, um dessen Bauprojekt – die Metro von Algier, die voraussichtlich 2008 in Betrieb gehen wird – zu begutachten. Da er aber mehr vom algerischen way of life sehn wollte, besuchte er diverse Einrichtungen, so auch das Mohamed-Ghalmi-Gymnasium. Auf dem Pausehof der Schule lernte er Abdelouahab Bouyahyaoui kennen, der – wie es der Zufall so wollte – bereits mit dem Gedanken spielte, einen Austausch ins Leben zu rufen, aber noch keine konkreten Ziele hatte. „Warum also nicht mit Deutschland?“, fragten sich beide. Unterstützung war mit Herbert Narr von den Falken und Abdelkrim Abidat, Präsident des Dachverbands der algerischen Jugendorganisation ONG, schnell gefunden. So kam eines zum andern - im Juli besuchte eine algerische Delegation Hof. Im August folgte die Gegeneinladung der Algerier für diesen Oktober.
Zurück nach Algier. Die drei Tage effektiven Aufenthalts sind straff durchorganisiert, schließlich sollen die Schüler möglichst viel sehen, erleben und lernen – und natürlich mit einer veränderten Sichtweise bezüglich Algerien nach Deutschland zurückkehren. Da dieser Austausch privat unmöglich zu bezahlen ist, muss für das Milina Project geworben werden, um Sponsoren zu finden. Deshalb stehen am ersten Morgen Besuche offizieller Stellen an. Nach Town Hall und Central Hall besuchen die Schüler das Mohamed-Ghalmi-Gymnasium, wo sie bereits von einem Kamerateam des Canal Algérie, dem größten Fernsehsender Algeriens, erwartet werden. Gefilmt wird für die Nachrichten im Abendprogramm.
Nach der Begrüßung erhalten die fünf Hofer Gymnasiasten Gelegenheit mit den algerischen Schülern zu sprechen, ohne Kameras und Lehrer, was für sie einen der Höhepunkte der Reise darstellt. Anschließend werden auf dem Schulhof Freundschaftsbäumchen gepflanzt, als Symbol für das Wachstum der deutsch-algerischen Freundschaft. Am späten Nachmittag ist eine Führung durch ein Pharmaunternehmen geplant. Beeindruckend ist der Stolz der Algerier auf ihre technischen Anlagen und Einrichtungen.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise ist sicherlich die Besichtigung des Fernsehsenders Canal Algérie mit anschließender Live-Talkshow, in der zwei der Gymnasiasten sowie Herr Schumann und die beiden Lehrern auftreten. Die fast eineinhalbstündige Sendung handelt von der Algerienreise, davon was die Schüler bisher alles erlebt haben, ihre Eindrücke von Land bzw. Stadt und Leuten und wie dieses Projekt überhaupt zustande gekommen ist. Beeindruckend ist auch die Freundlichkeit der Algerier, insbesondere die Gastfreundschaft, die der Gruppe entgegengebracht wurde.
Laut den Schülern war diese Reise
„absolut lehrreich und spannend, da man so einen Einblick in eine ganz andere Kultur und Lebensweise bekommen hat“
Es bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft viele deutsche und algerische Schüler für diesen Austausch begeistern lassen und diese Freundschaft eine lange Zeit andauert. Ein weiterer Gegenbesuch der Algerier ist bereits für das nächste Jahr geplant…