„Biedermann
und die Brandstifter" im Theater Hof
Am
Montag, den 23.04.2007, besuchten wir, die Klasse 8c des
Johann- Christian- Reinhart- Gymnasiums, im Rahmen des Deutschunterrichts eine
Aufführung unserer Klassenlektüre „Biedermann und die Brandstifter" im Theater
Hof. Hier unsere Eindrücke:
(Klick vergrößert) Zwei
Brandstifter laden sich selbst bei einem spießbürgerlichen Zeitgenossen ein und
machen sein Haus zu einer Art Hauptquartier für ihre Tätigkeit, während er es
aus Dummheit, Feigheit und Leichtgläubigkeit nicht schafft, sie loszuwerden.
Dies ist in aller Kürze die Handlung von Frischs Drama.
Wie wurde es in Hof
auf der Bühne umgesetzt?
Die
Schauspieler waren in ihren Rollen insgesamt sehr überzeugend, vor allem
schafften sie es, den schwierigen Text mit so kräftiger und deutlicher Stimme
zu vermitteln, dass es keinerlei Verständnisprobleme gab. Dazu spielten sie mit
teils übertriebener und dadurch oft komischer Mimik und Gestik ihre Rollen mit
viel Energie. Besonders der Charakter des Herrn Biedermann in seiner Mischung
aus Angst, herrischem Auftreten und Naivität wurde überzeugend dargestellt. Die
Rollen des brutalen Ringers Schmitz, eines der beiden Brandstifter, und des
Hausmädchens Anna wurden zwar unterhaltsam interpretiert, standen aber unserer
Meinung nach etwas im Gegensatz zur Textvorlage, da der Ringer eher komisch als
bösartig wirkte und Anna zu dominant und selbstbewusst war. Die Kulissen und
Kostüme waren nicht realistisch, so war das Haus nur mit einigen wenigen Möbeln
angedeutet und waren die Kleidungsstücke grell und unpassend kombiniert. Anscheinend
sollte alles nicht an eine bestimmte Stadt und eine bestimmte Zeit erinnern,
sondern offen für die Überlegungen der Zuschauer bleiben. Gut war die
gleichzeitige Sichtbarkeit von Wohnung und Dachboden, auf dem die Brandstifter
ihr Lager aufgeschlagen hatten. Die Zuschauer sahen so immer mehr als die
Handelnden selbst.
Im Großen und Ganzen wirkte die Aufführung eher brav und war
nahe an der Vorlage. So haben wohl besonders Besucher, die das Stück nicht
kennen, viel Freude an ihrem Theaterbesuch. Wir hingegen hätten uns aufgrund
unserer Kenntnis des Textes eher ein paar Überraschungen gewünscht. Die einzige
Ausnahme in dieser Hinsicht waren Anfang und Ende, als die Schauspieler in
einen seltsamen Tanz verfielen. Anfangs begleitete er den sehr langen und für
die Zuschauer sichtbaren Aufbau und zum Schluss war er ein „Totentanz" mit
verbrannten Gesichtern. Beides blieb uns aber unverständlich. Die Aufführung
ist vor allem jenen zu empfehlen, die das Stück erst kennen lernen wollen und
sich eine unterhaltsame, aber nicht besonders auffällige Inszenierung
bevorzugen.
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