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Frühling in China. Endlich Schluss mit dem kalten
verregnetem Winterwetter.Das hat man bei ein paar grad plus 8 Schulstunden im
Klassenzimmer sitzend nämlich kaum noch ertragen können! Zeit wurds also dass
es Frühling wurde! Gleichmal zum Thema Schulalltag...naja...des mit den 8
Schulstunden... also ja, theoretisch schon, aber grad nachdem das Wetter dann wärmer
wurde sah man Xenia (Austauschschülerin aus Berlin) und mich dann schon des öfteren
mal aufm Sportplatz in der Sonne liegen oder in der Bibliothek (in der wir aber
nicht wirklich sassen um unserer "self-study" nachzugehen sondern eher mal für ein
Nickerchen zwischendurch!) Aber hey, wer nimmt uns des übel bei so nem
Schulalltag?!
Der Unterricht in China ist auch bis auf ein paar wenige
Lehrer bedingte Fächer ziemlich trocken. Der Lehrer steh bzw. Sitz am Pult und
redet eine Schulstunde lang durch. Ab und zu ruft er dann mal ein paar Schüler
auf (uebrigens häufig nicht mit Namen sondern Nummer! ) aber das wars dann an Klassengespräch.
Da bin ich doch froh dass man den Unterricht bei uns etwas aktiver hält! ach ja
uebrigens, wird ein Schüler aufgerufen, darf er/sie erst sprechen sobald sie
den Stuhl nach hinten gerückt haben und sich hingestellt haben. Setzen dürfen
sie sich auch erst auf Aufforderung wieder.Und wenn diese zweite Aufforderung
nicht gegeben wird weil z. B. vergessen, kann es bei den 49 (mit mir) Schülern
meiner Klasse schonmal vorkommen, dass der Lehrer so einen Schüler einfach mal vergisst
und der 15 (!) Minuten im Klassenraum steht (is kein Witz) und verunsichert in
der Gegend rumschaut bis er irgendwann sich dann doch traut ganz vorsichtig mal
auf sich aufmerksam zu machen. Dass das für nen rechten Lacher gesorgt hat kann
man sich glaub ich vorstellen?! Des komische an der Sache war echt dass der
Lehrer ihn tatsächlich übersehen hat und des obwohl der Junge der größte unsere
Klasse is mit seinen 1.92 m (!).
Um damit uebrigens gleich mal mit so ein paar Vorurteilen aufzuräumen:
1. Chinesen haben keine gelben Gesichter! J (Wahnsinn wer hätts geglaubt) 2.
Chinese zu sein heißt nicht gleich klein zu sein, oft ist es das Gegenteil und
ich sehe unglaublich viele große Chinesen (uebrigens auch Frauen). z.B. in dem Mädchen
Basketballteam meiner Schule in dem ich das 1. Halbe Jahr gespielt hab waren
nur 3 von 14 Mädels kleiner als ich und ich bin net die kleinste (1.74m)
weitere 6 waren teilweise bis zu nem halben Kopf bis Kopf größer als ich! 3.
Das Vorurteil mit den Essmanieren der Chinesen (rülpsen, schmatzen, etc.) muss
ich leider bestätigen. Gleichmal vorweg ich hab se mir net angewöhnt!!! Des is
scho manchmal echt störend und selbst nach 9 Monaten hier erschreck ich immer
noch wenn sie beim Essen des rülpsen anfangen (wobei sie des nicht immer
machen). Viel schlimmer find ich persönlich aber die Sache mit dem Schmatzen. Arg...
des is halt was... des kann ich so garnet ab! Die schaffens aber einfach net den
Mund zuzulassen hab ich da manchmal den eindruck, naja die Geräusche des
waehrend bei laufenden Fernsehers (ca. 18h täglich in Betrieb) übertonens ja
recht gut! J Okay ich hör jetzt mal auf damit 4. Nee noch net ganz... da wär noch
die Sache mit dem Gerotze in der Öffentlichkeit! Oh ja.... Mmmmm... erzählt man
einem Chinesen davon, dass man so angewidert davon sei das viele Leute (häufig ältere)
ständig überall hinrotzen (uebrigens auch in Räume, öffentlichen
Verkehrsmittel, etc.) heißt immer gleich : "nein, also des kann ich mir net
vorstellen, des darf man ja auch garnet"... Ja leider is es aber nunmal so! Von
den Geräuschen die se dabei machen Wil ich jetzt mal garnet anfangen! 5.
Chinesen benutzen Cremes um die haut heller zu machen: richtig.
Chinesen mögen anders als wir keine sonnengebräunte dunkle
Haut sonder schneeweiße Haut. Ich erinnere mich an meinen Strandurlaub Ende
Januar (!!!) Auf der Insel Hainan, ganz im Süden von China, wo ich nach 5 Tagen
braungebrannt (ca. 27-32 Grad Celsius) wieder zu meiner Gastfamilie nach Hause
kam und meine Gastmutter erstmal nen Schrei loosgelassen hat als ich zur Tür
herein kam."Des wär ja scheußlich" und "hattest du keinen Schirm dabei". Meine
Schwester fragte mich nur ganz entsetzt "geht des wieder weg?" Naja... es ging
leider wieder weg, da es in Shanghai halt noch 2 Monate Winter war. Zu der
Sache mit dem Schirm... ene chin. Frau (ca. 85% würd ich mal schätzen der
Shanghaierinnen) gehen im Sommer nie ohne Regenschirm (den sie als Sonnenschirm
benutzen) vor die Tür. Is immer ein recht lustiges Bild wenn se bei strahlendem
Sonnenschein alle ihre Regenschirme auspacken.Da wird man als sonnetankender Ausländer
immer recht verstört angestarrt! Des mit der hellen Haut hat uebrigens ein
bisschen was damit zu tun , dass es ein Zeichen von Wohlstand ist.Man hat
anscheinend das Geld sich diese Produkte zu kaufen (Cremes in allen Varianten:
meine Schwester klatscht sich morgens und abends immer drei verschiedene drauf)
und man hat einen guten Beruf und muss nicht wie die Bauern oder "Arbeiter" in
der Sonne schuften. So war das bei uns ja auch mal, das ist nun halt schon 100
Jahre her.
Wenn mir demnächst noch so ein paar andere Vorurteile
einfallen schreib ich sie im nächsten Blog, sonst fragt mich doch ruhig im
Kommentar mal weng was, ich weiß ja immer net was euch interessiert, bzw. für
mich ich vieles schon so alltäglich bzw. Normal geworden, dass ich des gar
nicht mehr berichtenswert finde. Also denn... bis bald
P.s.: Ich wünsch den Abiturienten allen ganz viel Glück fürs
jetzt anstehende Abi!
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