Ende Februar machten sich die Schülerinnen und Schüler der
drei elften Klassen des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums, begleitet von
ihren Klassenleitern, mit dem Zug auf den Weg nach Selb-Plößberg, um dort ihren
Studientag zum Thema "Porzellan" durchzuführen. Gleich nach der
Ankunft im „Europäischen IndustrieMuseum für
Porzellan" begann ...
... die „Zeitreise durch die europäische Porzellanherstellung".
Zwei Referate schufen einen gelungenen Einstieg in das Thema. Fritz Weber
machte im Auditorium den Anfang und verschaffte allen einen ersten Eindruck
über die Porzellanrohstoffe, bevor Julia Beyer und Sarah Pinkas in einer
Powerpoint-Präsentation den chemischen Aufbau erklärten.
Um das Thema nicht nur theoretisch kennen zu lernen,
wurden die Schülerinnen und Schüler anschließend in vier Gruppen durch das
Museum geführt und konnten schließlich jeweils eine Station bei der Herstellung
von Porzellan selbst ausprobieren: Modellieren oder Gießen von Figuren, Bemalen
von Tassen oder Anfertigen von Dekorentwürfen für Teller.
Nicht jede Arbeit erwies sich als einfach und besonders
beim Modellieren ging schnell etwas zu Bruch. Denn nachdem die tonartige Masse
in die gewünschte Form gebracht worden war, musste abgewartet werden, bis die
Figuren leicht angetrocknet waren, bevor man zu den Feinarbeiten übergehen
konnte. Wenn hierbei jedoch noch etwas schief ging und zerbrach, ließ es sich
nur sehr schwer wieder reparieren.
Beim Gießen konnte zwischen einem Hut, der stark an die
Kopfbedeckung der Frau Professor Gonagall aus Harry Potter erinnert, oder einer
Eule gewählt werden. Die Schüler setzten die Formen zusammen, gossen das
Rohmaterial, den „Schlicker", unter Drehen, damit er sich gut verteilte, hinein
und nach gut 30-minütiger Wartezeit konnte der Überschuss abgegossen und die
Figur aus der Form genommen werden. Danach wurden noch die Feinheiten
ausgearbeitet und vorstehende Grate abgetragen. Der zusammenfassende Kommentar:
durchaus interessant, doch etwas langwierig wegen der Wartezeiten.
   
Beim Dekorentwurf war Kreativität gefragt. Die Schüler
bekamen den Auftrag, ihre Vorstellungen vom Design eines Tellers auf ein Blatt
Papier zu bannen. Dabei konnten sie sich von den im Rosenthal Museum
ausgestellten Objekten inspirieren, bzw. von ihrem Kunstlehrer beraten lassen.
Es war zwar schwer, sich für eine Richtung zu entscheiden, doch machte diese
Arbeit durch die Eindrücke in dem sehr schönen Museum und die künstlerische
Freiheit sehr viel Spaß.
Genauso viel Kreativität wurde beim Malen gefordert. Hier
standen Porzellantassen bereit, die die Schüler ganz nach ihrem Geschmack
gestalten konnten. Die Schwierigkeiten hier: Fingerabdrücke mussten vermieden
werden, denn auf Fettflecken hält die Farbe nicht. Die Farbe durfte zudem weder
zu dick noch zu dünn aufgetragen werden. Was außerdem noch sehr interessant
ist: Die Farben sind nicht mischbar wie normale Wasserfarben, d. h. aus Rot und
Gelb bildet sich keineswegs Orange, denn beim Brennen verändert sich die
chemische Struktur der Farbstoffe.
Vor allem die praktische Arbeit machte allen schnell
deutlich, wie aufwändig die Herstellung von Objekten aus Porzellan ist und wie
konzentriert und genau man bei der Verarbeitung vorgehen muss. Bei der Führung
durch das Museum gewannen die Schülerinnen und Schüler weitere interessante
Eindrücke, besonders auch über die Arbeitsbedingungen der „Porzelliner", die
keineswegs angenehm waren.
Nach einer Mittagspause gab es noch Gelegenheit,
selbstständig Informationen im Museum zu sammeln für einzelne Referate und
Präsentationen, welche den Studientag in der Schule abrunden sollen. Hier
werden auch die praktischen Arbeiten im Rahmen einer kleinen Ausstellung zu
sehen sein.
Bevor es mit dem Zug wieder zurück nach Hof ging, gab es
noch eine kurze Schlussversammlung im Auditorium. Alles in allem war dieser
Studientag eine sehr gelungene und lohnende Veranstaltung, die den Schülern
eben nicht nur theoretisches Wissen sondern auch praktische Erfahrungen
vermittelte und, wie Herr Göhl meinte, „viele Informationen zu einem Thema
lieferte, über das man vorher fast nichts wusste."
Website des "IndustrieMuseum Porzellan": www.dt-porzellanmuseum.de
Bericht im Hofer Anzeiger in der Downloadabteilung: Studientag Selb 2007 (21.44 KB)
|