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Je
mehr wir uns dem „KZ" näherten, desto verlassener und ruhiger wurde die Gegend.
Als
wir gespannt darauf, was uns erwartet, am Parkplatz des Informationszentrums
ankamen, standen wir direkt vor den Kasernen der SS. Schon hier konnte man die
Ungerechtigkeit des KZ-Systems erkennen: Während die Häftlinge Hungersnot
litten und froren, lebten die SS-Soldaten in komfortablen, geheizten
Unterkünften.
Wir
gingen also auf den Eingang zu, an dessen Tor sich die nach innen gerichtete
Inschrift „Jedem das Seine" befindet. Schockiert von dieser unfassbaren Ironie
betraten wir das Lager. Dann standen wir nun in der Mitte des KZ, indem sich
täglich schreckliche Ereignisse zutrugen. So weit das Auge reicht kann man ein
ausgedehntes Areal mit Fundamenten früherer Baracken erkennen.
Dann
begaben wir uns zum Krematorium. Dieses wurde 1939 errichtet und im Sommer 1942
ausgebaut. In seinem Vorhof wurden Hunderte von Leichen auf einem Haufen
gestapelt, welche später im Verbrennungsraum eingeäschert wurden.
Der
eintretende Besucher erreicht zuerst den Raum der „Pathologie". Hier wurden die
Häftlinge zu einer Untersuchung gebracht, oft aber auch medizinische Versuche
und fragwürdige Operationen durchgeführt, die zum Tod führten.
Wenn
man festgestellt hatte, dass ein Insasse nicht zu nützlicher Arbeit taugte,
wurde er auf den Weg in den Tod geschickt, meist in ein anderes Lager. Obwohl
Buchenwald kein Ort des planmäßigen Völkermords war, fanden Massentötungen von
Kriegsgefangenen statt, kamen viele Häftlinge durch die Willkür der SS um. Mit
der „Genickschuss-Anlage" hat man nach dem „Kommissarsbefehl" vor allem
russische Soldaten hinterlistig getötet. Sie wurden ahnungslos in den
ehemaligen Pferdestall gebracht, um sich medizinisch untersuchen zu lassen,
bekamen den Befehl, sich zum Messen der Körpergröße mit dem Rücken zur Wand zu
stellen, in der sich für sie unsichtbar ein senkrecht angebrachter Schlitz befindet.
Durch diese Öffnung sind die Opfer von einem im Nebenzimmer versteckten SS-Mann
mit einem gezielten Schuss ins Genick getötet worden.
Diese
Methode, Menschen umzubringen, sorgte für Empörung bei vielen Schülern und
wirkte sich sehr negativ auf die Stimmung aller Anwesenden aus.
Das
Krematorium besaß auch einen Keller, in welchem Haken an den Wänden angebracht
waren.
An
diesen wurden die von der SS zum Tode verurteilten Häftlinge aufgehängt. Vom
Keller aus führte ein Aufzug hoch in die „Verbrennungsanlage". Dieser Raum war
mit mehreren Öfen ausgestattet. Die Leichen schoben Funktionshäftlinge komplett
dort hinein, nachdem man ihnen die Goldzähne ausgebrochen hatte. Die Asche
wurde separat aufbewahrt und den Angehörigen auf Anfragen wahllos Asche aus dem
Haufen in einer Urne zugestellt.
In
der Verbrennungsanlage fanden wir sehr viele Blumenkränze und Gedenkschleifen
für die Opfer vor, von mitfühlenden Menschen niedergelegt.
Dieser
Anblick erweckte in uns Traurigkeit, Mitleid und Ehrfurcht vor den Opfern.
Warum
waren Menschen so grausam?
Romina Sturm, Klasse 10a
Website der Gedenkstätte: www.buchenwald.de
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