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Besuch der Gedenkstätte Buchenwald Drucken
Geschrieben von Romina Sturm  am  Donnerstag, 5. April 2007
Je mehr wir uns dem „KZ" näherten, desto verlassener und ruhiger wurde die Gegend.

Als wir gespannt darauf, was uns erwartet, am Parkplatz des Informationszentrums ankamen, standen wir direkt vor den Kasernen der SS. Schon hier konnte man die Ungerechtigkeit des KZ-Systems erkennen: Während die Häftlinge Hungersnot litten und froren, lebten die SS-Soldaten in komfortablen, geheizten Unterkünften.

Wir gingen also auf den Eingang zu, an dessen Tor sich die nach innen gerichtete Inschrift „Jedem das Seine" befindet. Schockiert von dieser unfassbaren Ironie betraten wir das Lager. Dann standen wir nun in der Mitte des KZ, indem sich täglich schreckliche Ereignisse zutrugen. So weit das Auge reicht kann man ein ausgedehntes Areal mit Fundamenten früherer Baracken erkennen.

Dann begaben wir uns zum Krematorium. Dieses wurde 1939 errichtet und im Sommer 1942 ausgebaut. In seinem Vorhof wurden Hunderte von Leichen auf einem Haufen gestapelt, welche später im Verbrennungsraum eingeäschert wurden.

buchenwald07bDer eintretende Besucher erreicht zuerst den Raum der „Pathologie". Hier wurden die Häftlinge zu einer Untersuchung gebracht, oft aber auch medizinische Versuche und fragwürdige Operationen durchgeführt, die zum Tod führten.

Wenn man festgestellt hatte, dass ein Insasse nicht zu nützlicher Arbeit taugte, wurde er auf den Weg in den Tod geschickt, meist in ein anderes Lager. Obwohl Buchenwald kein Ort des planmäßigen Völkermords war, fanden Massentötungen von Kriegsgefangenen statt, kamen viele Häftlinge durch die Willkür der SS um. Mit der „Genickschuss-Anlage" hat man nach dem „Kommissarsbefehl" vor allem russische Soldaten hinterlistig getötet. Sie wurden ahnungslos in den ehemaligen Pferdestall gebracht, um sich medizinisch untersuchen zu lassen, bekamen den Befehl, sich zum Messen der Körpergröße mit dem Rücken zur Wand zu stellen, in der sich für sie unsichtbar ein senkrecht angebrachter Schlitz befindet. Durch diese Öffnung sind die Opfer von einem im Nebenzimmer versteckten SS-Mann mit einem gezielten Schuss ins Genick getötet worden.

Diese Methode, Menschen umzubringen, sorgte für Empörung bei vielen Schülern und wirkte sich sehr negativ auf die Stimmung aller Anwesenden aus.

Das Krematorium besaß auch einen Keller, in welchem Haken an den Wänden angebracht waren.

An diesen wurden die von der SS zum Tode verurteilten Häftlinge aufgehängt. Vom Keller aus führte ein Aufzug hoch in die „Verbrennungsanlage". Dieser Raum war mit mehreren Öfen ausgestattet. Die Leichen schoben Funktionshäftlinge komplett dort hinein, nachdem man ihnen die Goldzähne ausgebrochen hatte. Die Asche wurde separat aufbewahrt und den Angehörigen auf Anfragen wahllos Asche aus dem Haufen in einer Urne zugestellt.

In der Verbrennungsanlage fanden wir sehr viele Blumenkränze und Gedenkschleifen für die Opfer vor, von mitfühlenden Menschen niedergelegt.

Dieser Anblick erweckte in uns Traurigkeit, Mitleid und Ehrfurcht vor den Opfern.

Warum waren Menschen so grausam?

 Romina Sturm, Klasse 10a


Website der Gedenkstätte: www.buchenwald.de

 

 
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