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Finnlandaustausch 2007 Drucken
Geschrieben von Johannes Müller  am  Freitag, 27. April 2007
„Ist das finnische Schulsystem wirklich besser als unseres“?

flagge Vom zweiten bis zum neunten März 2007 waren zweiundzwanzig Schülerinnen und Schüler des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums mit ihren Lehrern Katrin Richter und Johannes Müller zu Besuch in Espoo im Großraum Helsinki. Der Austausch mit Finnland ging damit nach seiner Wiederaufnahme 2005 in die zweite Runde und wie auch beim ersten Mal waren alle Beteiligten begeistert von Land und Leuten.

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Bericht

gruppenbild (Klick vergrößert Gruppenbild) Die Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft ist das erste, was dort auffällt: Kaum betritt man als Gast das Lehrerzimmer der „Lintumätsän koulu", einer Gesamtschule von Klasse 7 bis 9 mit etwa 400 Schülerinnen und Schülern, wird man auf das Freundlichste von vielen Kollegen begrüßt und als erstes in die Küche zum Kaffee geführt.

lehrerzimmer Die Schule wurde 1998 fertiggestellt und ist sehr freundlich und hell gestaltet. Die Klassenzimmer sind etwas kleiner als bei uns, entsprechend der Klassengröße, die 25 selten überschreitet. Auch ungewohnte Unterrichtsräume wie Hauswirtschaftsräume, in denen eifrig gekocht wird, sind dabei. Der Abstand zwischen Kollegen und Schülern erscheint nicht nur auf Grund des gegenseitigen „Duzens" kleiner, was verständlicher Weise unsere Schüler beeindruckte.

Neben dem touristischen Pflichtprogramm, zu dem unter anderem die ausführliche Besichtigung Helsinkis gehörte, war viel Zeit für den persönlichen Kontakt zwischen den Jugendlichen. Einige nutzten die Zeit für den Besuch eines Eishockeyspieles in der Hartwall-Arena, die etwa 10000 Besucher fasst, andere für einen Abend in der finnischen Nationaloper.

eish Ein Schwerpunkt unseres Aufenthaltes wurde auf Grund des großen Interesses von Schülerseite die Auseinandersetzung mit dem finnischen Schulsystem: So besuchten die Schüler mehrere Unterrichtsstunden verschiedener Klassen und diskutierten danach fast eine Stunde mit dem finnischen Schulleiter über das finnische System und über die Unterschiede zum ihnen vertrauten Schulalltag.

„Warum haben die Finnen bei „Pisa" besser abgeschnitten, obwohl der Unterricht in einigen Fächern deutlich unter dem „Hofer-Niveau" liegt?", wollten unsere Schüler wissen. Die Antwort des Direktors, der auf die breite Förderung aller Bevölkerungsgruppen im schulischen Bereich verwies, die insgesamt zu einem besseren Ergebnis als in Deutschland geführt hatte, löste heftige Diskussionen unter den Schülern aus.

Selten habe ich Schülerinnen und Schüler unserer Schule so ernsthaft über das Für und Wider unseres Schulsystems diskutieren sehen. Neben den persönlichen Kontakten und Erfahrungen gehörte das für mich zu den Höhepunkten dieses Besuches.

Tagebuch von Schülern

Montag

Montag, den 5.3.2007

t5-dscn4538Nach dem Aufstehen und Frühstücken in den Gastfamilien, besuchten wir zum ersten Mal die Schule unserer finnischen Freunde. Dort nahmen wir in den ersten beiden Schulstunden an einem Tanzunterricht teil, bei dem wir unter anderem einen klassischen finnischen Tanz lernten Unentschlossen.

Nach der Pause konnten wir Schüler ein wenig Einblick in das finnische Schulleben nehmen. Nach der Mittagspause fuhren wir mit dem Bus in die Schokoladenfabrik Fazer. Dort erfuhren wir mehr über die Herkunft und Gründung der Firma, indem wir einen viertelstündigen Film in Englisch ansahen. Natürlich besichtigten wir danach auch die Verpackungsmaschinen und durften auch alle Produkte der Marke Fazer probieren Lachend.

t5-img_0283 Nachdem alle mit Süßigkeiten versorgt waren, konnten wir auch einkaufen und bekamen zum Abschied weitere Kostproben geschenkt. Am Abend trafen sich einige Schüler in kleineren Gruppen andere verbrachten ihn bei den Gastfamilien.

Andreas Deeg

Dienstag

t6-dscn4549 Am Dienstag, den 6.3. trafen wir uns früh am Morgen an der Leppävaara Station, um mit dem Zug nach Helsinki zu fahren. Dort wollten wir das Wissensschaftszentrum Heureka besuchen. In Helsinki angekommen, liefen wir vom Bahnhof aus die kurze Strecke zum Heureka. Dort staunten wir nicht schlecht, als wir die ganzen verschiedenen „ Ausstellungsstücke“ sahen. Doch bevor wir Zeit für uns hatten, um alles auszuprobieren gingen wir gemeinsam in ein Labor, in dem wir verschiedene chemische Versuche durchführen durften.

t6-dscn4558Anschließend zogen wir in kleinen Gruppen alleine los, um das Museum zu erkunden. Es war wirklich sehr interessant und die Zeit ging dort viel zu schnell herum. Nach dem Heureka- Besuch fuhren wir wieder zurück nach Espoo, wo wir den Rest des Tages mit unseren Finnen im Einkaufszentrum „Sello“ und beim Pizza essen verbrachten.

Barbara Illmayr

Donnerstag

Am Donnerstagmorgen trafen wir Deutschen uns um 9.15 am Bahnhof mit Meri, Kaisis und den beiden Tonis, um mit dem Zug nach Helsinki zu fahren. Dort besuchten wir zunächst das Kunstmuseum Ateneum, in dem vom Gemälde einer Oma Lächelnd,über zahlreiche Tierbilder bis zu einer Maschine aus alten, rostigen Werkzeugen jede Menge zu sehen war.

t8-dscn4625 Anschließend führten uns die finnischen Schüler durch Helsinki. In der Unibibliothek fanden wir sogar Werke von Luther, die teilweise über 100 Jahre alt waren. Einige Bücher waren auf lateinisch geschrieben, aber trotz zweieinhalb Jahren Latein versagten wir beim Übersetzen kläglich Verlegen.Weiterhin wurden uns der Dom, die Universität und zuletzt auch der Hafen gezeigt.

t8-dscn4613 Dort versuchten wir unser Glück beim Handeln um den Preis von 17 Plüsch-Elchen. Aber der Verkäufer ließ sich nicht darauf ein und so verzichteten wir eben auf die putzigen Andenken. Es gab in Finnland ja noch mehr, was wir den Daheimgebliebenen mitbringen konnten. Der letzte Teil der Führung bestand aus einer Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn, wo wir trotz Müdigkeit noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten gesehen haben.

Ruth Schmidt

Bunter Abend

Am Donnerstagabend hatten wir gleich zwei Ereignisse zu feiern:

t8-100_1570Den Abschied von Finnland mit einem ‚Bunten Abend’ und den Geburtstag von Ines. Nachdem wir aus verschiedenen Kaufhäusern Ballons mit Helium hatten mitgehen lassen, sangen wir für Ines ‚Happy Birthday’ mal ganz anders und zwar unter Heliumeinfluss!:) Zu essen gab es reichlich und einige konnten es gar nicht erwarten sich auf das Buffet zu stürzen! Nach einigen deutschen und englischen Liedern, stellten ein paar von uns deutsche Bands vor, was allerdings durch das Nichtverständnis der Texte z.B.: "neigschbeit! " nicht so gut ankam. Die Deutschen lachten sich natürlich "halb tot"! Als wir dann noch ein bisschen Tanzmusik auflegten, schwangen sogar unsere Lehrer das Tanzbein und gingen (auf Deutsch gesagt) voll ab! Leider ging dieser Abend viel zu schnell um und wir mussten das ‚Schlachtfeld’ räumen

Sabrina Schulze

 
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