SCHÜLERWETTBEWERB:
LANGNAMENVEREIN HOF VERLEIHT GLEICH ZWEI ERSTE PREISE
"Junge Leute bereit, sich schwierigen Aufgaben zu stellen"
Dass sich Wissen und Engagement um die eigene Heimat lohnen und im wahrsten
Wortsinn sogar "bezahlt machen", haben am Samstag die Preisträger
eines traditionellen Wettbewerbs erfahren: Seit 1995 und damit bereits zum
elften Male honorierte der Nordoberfränkische Verein für Natur-,
Geschichts- und Landeskunde Hof besonders gelungene Schülerarbeiten zu
Themen seines Aufgabengebietes mit Preisgeld und Urkunde.
HOF
- Eingereicht wurden für den Wettbewerb 2005 insgesamt zehn Facharbeiten
aus den Gymnasien in Hof, Selb, Wunsiedel und Münchberg. Außerdem
drei Gruppenarbeiten von Haupt- und Realschülern aus der oberfränkischen
Region. Als Vierte im Bunde erstmals dabei: Vier Schülerinnen aus dem
Dr.- Konrad-Duden-Gymnasium der thüringischen Nachbarstadt Schleiz, die
prompt einen Anerkennungspreis einheimsten.
Dass es in diesem Jahr bei den Facharbeiten der Abiturienten gleich zwei erste
Preise in der Aula des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums in Hof zu verleihen
gab, freute den Vorsitzenden des Langnamenvereins und gleichzeitigen Gastgeber
der Feierstunde, Schulleiter Dr. Axel Herrmann, ganz besonders: Ein erster
Preis, und damit 350 Euro, ging an Martina Rhönisch vom Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium
in Hof. Sie hatte sich im Fach Geographie dem Thema "Das Waldsterben
vor und nach der Wende 1989" gewidmet. Christine Dürrbeck vom Luisenburg-Gymnasium
in Wunsiedel holte sich ebenfalls einen ersten Preis und somit 350 Euro aus
den Händen von Schatzmeister Rolf Zeitler ab. Sie hatte sich in "Wirtschaft
und Recht" mit der Frage "Die Firma Raithel & Co.GmbH in Weißenstadt
- ein Erfolgsmodell ?" beschäftigt. Ihre Antwort überzeugte
die Jury. Die dritte Preisträgerin heißt Anna Langheinrich und
ist Abiturientin am Jean-Paul-Gymnasium in Hof. Urkunde und Preisgeld in Höhe
von 200 Euro hatte sich die Schülerin für ihre Ausführungen
zum Thema "Alfredo Stroessner - ein Diktator aus Hof" verdient.
Ein weiterer Hauptpreis, dotiert auf 350 Euro, ging außerdem an die
Projektgruppe aus der 8. Jahrgangsstufe der Hauptschule in Selb. Die Schülergruppe
hatte sich bei der Ausgrabung eines Theerofens im Egertal auf die Spuren Johann
Christof Wellers begeben, der um 1700 führender Hammerherr im Fichtelgebirge
war. Schon mehrfach für herausragende Dokumentationen und Filmprojekte
ausgezeichnet, gab es auch diesmal wieder einen Anerkennungspreis von 200
Euro für den Arbeitskreis "Geschichte des Nahraums" der Maximilian
von Welsch-Realschule Kronach. Wie Jury-Mitglied Thomas Blachnik betonte,
erhält der Arbeitskreis den Preis diesmal für seinen Film "Kriegsende
in Kronach", der anlässlich des 60. Jahrestages zum Ende des Zweiten
Weltkrieges gedreht wurde.
Als "Novum" des Wettbewerbes bezeichnete Blachnik die Vergabe des
Anerkennungspreises von 200 Euro an die vier Schülerinnen aus Schleiz.
"Dass wir hier heute Schülerinnen aus unserer thüringischen
Nachbarstadt Schleiz mit einem Preis würdigen, "ist ein Beitrag
zum noch besseren Zusammenwachsen von Ost und West", so Blachnik. Die
regionale Verbundenheit werde allein schon durch den Standort des Dr.-Konrad-Duden-Gymnasiums
ausgedrückt, schmunzelte Blachnik - letzteres ist in der "Hofer
Straße" in Schleiz zu finden. Beeindruckt haben Sabine Hegner,
Ina Neugebauer, Jennifer Schubert und Katarina Singer mit ihrer Seminarfacharbeit
"Vergleichende Betrachtungen der Berichterstattungen hinsichtlich der
politischen Ereignisse zur Zeit der Wende (Mai 1989 bis März 1990) in
der ‚Freien Presse' und im ‚Hofer Anzeiger' ".
Ein großes Lob für die engagierten Preisträger gab es anlässlich
der Feierstunde im Reinhart-Gymnasium auch vom stellvertretenden Ministerialbeauftragten
der oberfränkischen Gymnasien und Schulleiter des Hofer Jean-Paul-Gymnasiums,
Ralph Schmidt, sowie dem Hofer Bürgermeister Eberhard Siller. Laut Schmidt
werde von Lehrern häufig beklagt, dass Jugendliche wenig Interesse an
ihrer Heimat zeigten und auch das politische Zeitgeschehen nur kaum verfolgten.
Dieser Wettbewerb beweise das Gegenteil: "Junge Leute sind sehr wohl
bereit, sich auch schwierigen Aufgaben zu stellen", ließ Schmidt
keinen Zweifel. Auch Bürgermeister Siller gratulierte den jungen Leuten
im Namen der Stadt Hof und auch persönlich für ihre preisgekrönte
Arbeit. Und Eberhard Siller lobte gleichzeitig das große Engagement
des Hofer Langnamenvereins, der mit seinem alljährlichen Wettbewerb dazu
beitrage, "junge Menschen neugierig auf das zu machen, was die eigene
Heimat bietet".
Simone Weber
Bevor das große Büfett eröffnet wurde, lächelten
die stolzen Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen
Schülerwettbewerbs des Hofer Langnamenvereins vor dem Hofer Reinhart-Gymnasium
in die Kamera der Fotografin. Im Vordergrund Christine Dürrbeck (Luisenburg-Gymnasium
Wunsiedel) und Martina Rhönisch (Reinhart-Gymnasium Hof), die sich den
ersten Preis teilen, sowie Anna Langheinrich (Jean Paul-Gymnasium Hof), deren
Arbeit als drittbeste ausgezeichnet wurde (von links). Glückwünsche
gab es vom Hofer Bürgermeister Eberhard Siller (zweite Reihe rechts),
vom Vorsitzenden des Hofer Langnamenvereins, Schulleiter und Gastgeber Dr.
Axel Herrmann (dritte Reihe rechts) sowie vom stellvertretenden Ministerialbeauftragten
der oberfränkischen Gymnasien, Ralph Schmidt (dritte Reihe, Zweiter von
links) sowie von Schatzmeister Rolf Zeitler (dritte Reihe, Dritter von rechts).
FOTO: -sw