Am Sonntag trafen wir uns pünktlich am 9.15 am Hofer
Hauptbahnhof. Im neuen Berliner Hauptbahnhof fand man vor lauter Läden kaum die
S-Bahn, und nach einem kurzen Fußmarsch, der in den nächsten Tagen zum Alltag
werden sollte konnten wir endlich die unendlichen Steps, pardon, Stufen zu
unseren Zimmern erklimmen.
Die Freizeit reichte um die nähere Umgebung zu erkunden,
dann brachen wir zu einer abendlichen Stadttour auf. Das Brandenburger Tor bei
Sonnenuntergang, den Tiergarten und Schloss Bellevue, von dessen wunderbaren
Rasen wir fast nicht mehr aufstehen wollten. Unterwegs wurden wir von einem
Inlineskater Marathon aufgehalten,
großzügigen Schätzungen zufolge war „ganz Hof" auf den Rollen. Erst nach
Mitternacht trafen wir wieder im Quartier ein.
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Da die meisten den jungen Montag mit einer
ausgiebigen Feier begannen, traten sie mit dementsprechend müden Augen und
schweren Gliedern zum Frühstück an. Doch Herr Glaser und Frau Klein waren
unbarmherzig und bestellten uns gleich zum Aufbruch zum Reichstag. Nach einem
Sicherheitscheck wie am Flughafen wurden wir in die Besuchertribüne geführt,
und dann auf die Glaskuppel, von der
wir einen guten Ausblick hatten. Danach, immer dem Essen nach in die
Besucherkantine, bevor wir auf einer Schiffahrt durchs Regierungsviertel
ausruhen konnten.
Abends rückte Herr Glaser noch mit einer kleineren Gruppe in
die Hackeschen Höfe aus, während die anderen sich selbst beschäftigten.
Am Dienstag fuhren 28 höchstmotivierte Schülerinnen und
Schüler zum Jüdischen Museum, wo uns der inzwischen schon vertraute
Sicherheitscheck erwartete. Trotz allgemeiner Skepsis ließ sich ein Teil von
unserem Führer fesseln. Zumal wir nicht das erwartete Geschichtswissen aus der
neunten Klasse vermittelt bekamen sondern etwas über das Leben der Juden im
3.Reich erfuhren. In einem leicht geneigten Feld mit 49 Säulen bekamen wir
einen Drehwurm und eine Kostprobe der Orientierungslosigkeit, die die
Auswanderer wohl auch gefühlt hatten.
Nach den Museum fuhren wir aufgrund der großen Hitze zurück
um eine Siesta zu halten.
Dann gings zum Kurfürstendamm wo einige schon wieder shoppen
gingen. Frau Klein verordnete uns noch die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche ,
die aber halb so schlimm war, anschließend konnten wir in Kleingruppen
Kreuzberg erkunden. Bei der Rückkehr über den Fernsehturm wurde es schon dunkel
und ein Teil war schon zum Hotel aufgebrochen. Der übriggebliebene Rest lernte
am Prenzlauer Berg das Berliner Nachtleben kennen, wo Herr Glaser zur
allgemeinen Begeisterung eine Runde ausgab.
Am Mittwoch gings nach Sanssouci. Angesichts er tropischen
Temperaturen nutzten einige die dort aufgestellten Rasensprenger als willkommene
Erfrischung vor dem Marsch durch die
mittägliche Hitze Potsdams.
Danach waren wir froh, als wir uns endlich in die Fluten
stürzen konnten. Das Wasser hatte zwar keinen besonderen Kühleffekt, aber wenigstens
war es nass. Eine Hälfte vergnügte sich noch am Wannsee, während die anderen
das Blue Man Konzert besuchten.
Donnerstag, der letzte Tag. Nachdem wir unser doch recht umfangreiches
Gepäck im Kellerraum verstaut hatten, trafen wir uns zur Lobrunde im Innenhof,
bevor wir zur Museumsinsel aufbrachen. Nach dem Pergamonmuseum gingen sechs
ausgeprägt Kultursüchtige noch ins Ägyptische Museum und besuchten die
Nofretete.
Nach einer kurzen Auszeit ging es zur U-Bahn, und zu unserem
Vogtlandexpress. In Hof wurden wir dann im 21.33 von einem kräftigen Duscher
begrüßt.
Trotz kleinerer Pannen wie Übelkeit, überfluteten
Badezimmern, verlorenen und verirrten Schülern, nicht entwerteten U-Bahnkarten
und verklebten Rucksäcken war es eine Superfahrt! Vielen Dank an unsere
Lehrkräfte Frau Klein, die unsere wissensdurstige Truppe mit zahlreichen
interessanten und spannenden Infos versorgte und nie dabei die Nerven verloren
hat, und Herrn Glaser, der überall für gute Laune gesorgt und so manchen Spaß
mitgemacht hat. Besonderer Dank gilt auch den freundlichen Leuten vom Hotel
Steps und nicht zuletzt Petrus, der uns vor Regen und Kälte verschont hat,
obwohl er es mittags ein bisschen zu gut mit uns gemeint hat.
Geschrieben von Hannah Stank
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