Veranstaltung zum Thema Ess-Störungen
Umso wichtiger
erscheinen Aufklärung und Vorbeugung. Diesem Ziel waren zwei Vortragsveranstaltungen
gewidmet, die sich am Freitag, den 23. September an die Schülerinnen
und Schüler der 9. Klassen des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums richteten.
Referentin war Frau Sylvia Baeck aus Berlin. Frau Baeck leitet dort seit 1985
das Beratungszentrum
Dick & Dünn - eine Einrichtung, die nicht nur Beratung und Therapie
für Patienten mit Ess-Störungen anbietet, sondern auch Informations-
und Fortbildungsveranstaltungen zum Thema durchführt.
Frau Baeck
informierte die Schülerinnen und Schüler zunächst über
die verschiedenen Krankheitsbilder. Sie beschrieb eindringlich den
Krankheitsverlauf der Magersucht (Anorexie) - mit einer langfristigen
Sterberate von 10-15% die bedrohlichste der Ess-Störungen. Oft mit der
Magersucht verwechselt wird die Bulimie (Ess-Brech-Sucht), die - obwohl
weiter verbreitet - nur selten vom Umfeld erkannt wird, da es den Betroffenen
häufig gelingt, ihre Krankheit geschickt zu verbergen. Eine dritte Erkrankung
ist die anfallsartige Ess-Sucht ("Binge Eating").
Mit zum Teil erschütternden Bildern und Erfahrungsberichten aus ihrer
Beratungstätigkeit stellte Frau Baeck Symptome und Gefahren dar.
Dabei wies sie immer wieder auf den Sucht-Charakter dieser Erkrankungen hin,
der eine Heilung so schwierig macht: Eine Ess-Störung beginnt im Kopf.
Drastisches Beispiel hierfür ist die Fehlwahrnehmung des eigenen Körpers,
unter der magersüchtige Patientinnen und Patienten leiden: selbst völlig
abgemagerte Jugendliche beschreiben sich als "fett".
Über die reine Information hinaus setzte Frau Baeck sich mit dem überzogenen
Schlankheitsideal auseinander, das unsere Vorstellungen von einem attraktiven
Körper prägt. In diesem Zusammenhang wies sie auch mehrmals auf
die Problematik eines Abnehmens mit Hilfe von Diäten hin: ohnehin oft
ohne nachhaltigen Effekt unterstützen sie die Fixierung auf das eigene
Essverhalten, die eines der Hauptsymptome aller Ess-Störungen ist.
Sicher können
zwei 90-minütige Informationsveranstaltungen - deren Durchführung
dankenswerterweise vom Förderverein der Schule unterstützt wurde
- nur ein kleiner Mosaikstein auf dem Weg zur Vorbeugung sein. Aber Frau Baeck
gelang es nicht nur, den Schülerinnen und Schülern Informationen
zu vermitteln. Ihr Vortrag trug sicher dazu bei, für die Zukunft den
Blick zu schärfen, Symptome wahrzunehmen, und Mut zu machen, sie auch
anzusprechen - bevor es für die Betroffenen zu spät ist.
informative
Webseite zum Thema (Wikipedia) mit weiterführenden Links
Website
des Beratungszentrums Dick&Dünn
Wagner