Wikipedia Suche


Seit dem 13. März ist die neue Schulhomepage online.

Die Inhalte hier werden nicht mehr gepflegt und bleiben nur noch zu Archivzwecken verfügbar. Löschen Sie gegebenenfalls ihr altes Lesezeichen, springen Sie zur Neuauflage und setzen darauf ein neues.

Link zur Neuauflage

 
Vortrag über Essstörungen Drucken
Geschrieben von Michael Wagner  am  Freitag, 23. September 2005
Magersucht, Bulimie, Ess-Sucht - die Schlagworte sind seit Jahren in aller Munde. Trotzdem steigt die Anzahl der Jugendlichen mit Ess-Störungen weiterhin an. Das in den Medien vermittelte Schönheitsideal wirkt ungebrochen fort; viel zu viele sind nur ungenügend informiert; die persönliche Konfrontation mit Ess-Störungen erzeugt meist Ratlosigkeit.

Veranstaltung zum Thema Ess-Störungen

 

Umso wichtiger erscheinen Aufklärung und Vorbeugung. Diesem Ziel waren zwei Vortragsveranstaltungen gewidmet, die sich am Freitag, den 23. September an die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums richteten. Referentin war Frau Sylvia Baeck aus Berlin. Frau Baeck leitet dort seit 1985 das Beratungszentrum Dick & Dünn - eine Einrichtung, die nicht nur Beratung und Therapie für Patienten mit Ess-Störungen anbietet, sondern auch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zum Thema durchführt.

Frau Baeck informierte die Schülerinnen und Schüler zunächst über die verschiedenen Krankheitsbilder. Sie beschrieb eindringlich den Krankheitsverlauf der Magersucht (Anorexie) - mit einer langfristigen Sterberate von 10-15% die bedrohlichste der Ess-Störungen. Oft mit der Magersucht verwechselt wird die Bulimie (Ess-Brech-Sucht), die - obwohl weiter verbreitet - nur selten vom Umfeld erkannt wird, da es den Betroffenen häufig gelingt, ihre Krankheit geschickt zu verbergen. Eine dritte Erkrankung ist die anfallsartige Ess-Sucht ("Binge Eating").

Mit zum Teil erschütternden Bildern und Erfahrungsberichten aus ihrer Beratungstätigkeit stellte Frau Baeck Symptome und Gefahren dar. Dabei wies sie immer wieder auf den Sucht-Charakter dieser Erkrankungen hin, der eine Heilung so schwierig macht: Eine Ess-Störung beginnt im Kopf. Drastisches Beispiel hierfür ist die Fehlwahrnehmung des eigenen Körpers, unter der magersüchtige Patientinnen und Patienten leiden: selbst völlig abgemagerte Jugendliche beschreiben sich als "fett".

Über die reine Information hinaus setzte Frau Baeck sich mit dem überzogenen Schlankheitsideal auseinander, das unsere Vorstellungen von einem attraktiven Körper prägt. In diesem Zusammenhang wies sie auch mehrmals auf die Problematik eines Abnehmens mit Hilfe von Diäten hin: ohnehin oft ohne nachhaltigen Effekt unterstützen sie die Fixierung auf das eigene Essverhalten, die eines der Hauptsymptome aller Ess-Störungen ist.

Sicher können zwei 90-minütige Informationsveranstaltungen - deren Durchführung dankenswerterweise vom Förderverein der Schule unterstützt wurde - nur ein kleiner Mosaikstein auf dem Weg zur Vorbeugung sein. Aber Frau Baeck gelang es nicht nur, den Schülerinnen und Schülern Informationen zu vermitteln. Ihr Vortrag trug sicher dazu bei, für die Zukunft den Blick zu schärfen, Symptome wahrzunehmen, und Mut zu machen, sie auch anzusprechen - bevor es für die Betroffenen zu spät ist.

informative Webseite zum Thema (Wikipedia) mit weiterführenden Links

Website des Beratungszentrums Dick&Dünn

Wagner


 
Home arrow Archiv arrow Vortrag über Essstörungen